Motiv verdichten

Landschaft bei Kopitzsch (nicht Miesitz)

Im Beitrag Erkundungsgang schrieb ich irrtümlicherweise vom Blick über Miesitz. Eigentlich ist das der Blick über Kopitzsch. Die Dörfer liegen nah beieinander. Die Skizze ist mir etwas schwach und spannungslos geraten. Also ging es heute noch einmal auf Erkundungsgang an dieselbe Stelle. Bei der heutigen Skizze habe ich versucht, den natürlichen Landschaftsbau, die Erhebungen und Absenkungen des  Landschaftsreliefs, und die Struktur des Bildaufbaus besser in Koexistenz zu bringen.

Landschaft bei Kopitzsch

Das heißt, ich nutze landschaftliche Phänomene, wie Buschreihen, Ackerflächen, den bewaldeten Horizont usw. um das Bild zu gliedern. Um das zu erreichen, darf ich mich nicht sklavisch an die Vorlage, die mir die Natur bietet halten. Das abgeerntete und umgeackerte Feld hinter dem Dorf, habe ich weiter nach oben gezogen, um das charakteristische der Landschaft zu betonen. Mit Deckfarbe wurde schließlich eine Farbskizze angelegt, um zu versuchen, das Motiv weiter zu verdichten und mit Spannung aufzuladen. Aus kompositorischen Gründen ist der Himmel hier nicht blau.

Kopitzsch Gouache

Abends im Feld

Hausgruppe bei Leubsdorf

Am frühen Abend ergab sich doch noch die Gelegenheit, auf die Pirsch zugehen. Hinter einem abgeernteten Feld bei Leubsdorf eine kleine Gruppe von Häusern. Die letzte Zeichnung für heute. Jetzt ist Feierabend. Ach, im angrenzenden Wald war ich noch, um zu schauen, ob sich vielleicht der eine oder andere Pilz für das Abendbrot finden lässt, doch entweder bin ich auf dem Pilzauge blind, oder der Sommer war zu trocken. Da standen nicht mal Fliegenpilze.

Vegetation

In Ableitung vom gestrigen Erkundungsgang heute das Problemfeld Vegetation bearbeitet. Es ist Ziel die Fähigkeit zu entwickeln, rasch verschiedenen Landschaftsformationen und deren Vegetation im Skizzenbuch zu ’notieren‘. Da heute Vormittag kein Erkundungsgang geplant ist, müssen das eidetische Gedächtnis und Bammes‘ Studienbuch als Grundlage dienen.

Vegetationsskizzen

Erkundungsgang

 

Als ich heute in der Früh aus dem Fenster schaute, bot sich mir die Landschaft dar, wie an einem zu warmen Novembermorgen. Graue Nebel allerorten, Nieselregen und so richtig Tag wollte es auch nicht werden. Dann, am Nachmittag, wurde es zunehmend trockener und es hellte auf. Die Gelegenheit war günstig für den Landschafter, sich auf einen Erkundungsgang zu wagen. Ich fuhr nach Miesitz. Ein Stück hinter dem Ortsausgang in Richtung Traun gibt es einen schönen Blick zurück auf ein paar Hügel zwischen denen die B281 in Richtung Triptis verschwindet.

Landschaft an der B281 bei Miesitz

Blickt man über Miesitz, erheben sich Felder und hinter den fernen Wäldern beginnt das Holzland.

Landschaft bei Miesitz

Weiter nach Traun. Durch das kleine Dorf geht es schnell mit dem Auto. Mit dem Fahrrad ist ein nicht unerheblicher Anstieg zu bewältigen. Kurz nach Traun Richtung Lemnitz bieten sich herrliche Aussichten in das Orlatal.

Blick in die Orlasenke bei Traun

Auf der anderen Seite steigt das Gelände weiter an. Von Waldstücken eingeschlossen liegen abschüssige Felder.

Feld bei Traun

Über Lemnitz und Leubsdorf zurück nach Triptis.

Orlasenke Richtung Lemnitz

Waldweg

Waldweg Ölskizze auf Papier

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich das Bild so lasse. Es ist ja nur eine Studie auf Papier und nur von der Größe A4. Ich wollte einen Weg, der durch einen Wald führt malen. Eine Skizze vor Ort hatte ich schon vor längerer Zeit gemacht. Es gibt ein Buch über Landschaftsmalerei von Gottfried Bammes. Bammes war sozusagen der Papst der Künstleranatomie im Osten. Seine Anatomie, „Der nackte Mensch“, ist ein Standardwerk für Studierende und Dozenten. Mein langjähriger Dozent für Porträt und Akt, Volker Träger, hatte seine Ausbildung in Anatomie noch bei Bammes erhalten. Nebenbei war Bammes begeisterter Landschaftsmaler und hatte oben erwähntes Buch über Landschaftsmalerei verfasst. Ganz wissenschaftlich gibt es in Bammes‘ Buch Arbeitsanweisungen für Problemfelder und nicht Anleitungen für „Wie malt man…“. Ich übernehme mal diese Ausdrucksweise und habe demzufolge das Problemfeld Waldweg mittels einer Ölskizze auf Papier bearbeitet. Nach der Bearbeitung ergaben sich für mich zwei Fragen: 1. Soll der rechte vordere Baum auch einen Schlagschatten erhalten und 2. ist das Bild ohne Staffage zu leer? Da ich diese Fragen zurzeit nicht beantworten kann, berufe ich mich auf meine künstlerische Freiheit und lasse die Ölstudie möglicherweise unvollendet. Studien dürfen das.