Ein regnerischer Tag

Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub –
Trüber Tag und trübe Stunde –
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn‘ Ende
Schweben still die welken Hände.

Das ist aus dem Gedicht Regentag im Herbst von Heinrich Seidel.

Regnerischer Tag, 24 x 33, Öl/MDF Board

Na, so ganz Herbst ist es noch nicht. Aber man spürt schon das Schwinden des Sommers. Heute war ein regnerischer Tag. Doch die Sonne kam ab und zu zurück.

Norwegische Landschaft

Norwegische Landschaft, Ölskizze auf Papier, A4

Die Landschaften Skandinaviens sind monumental. Nicht nur die Farbkontraste des hohen Nordens, es sind auch die Kontraste von Erde, Fels und Wasser, das schroffe Aufeinanderstoßen geologischer Formen. Es lohnt sich, diese Landschaften malerisch zu erkunden.

Mein Malkoffer

Weg im Park 24 x 33 Öl/MDF Board

…Sobald die warme Frühlingszeit kommt, eilt der fleißige Landschafter mit seinen Gerätschaften ausgerüstet ins Freie, um die herrliche Natur, die er im engen Raume verehrt, gepflegt, und vermöge seines Gedächtnisses nachzuahmen versucht hatte, wieder selbst zu schauen. … Farben! Malen! ist nun sein Wachen, sein Träumen. … Er zeichnet entweder bloß, oder bedient sich eines höchst einfachen Apparates zum Ölmalen; dieser besteht aus einem flachen Kästchen, die Breite groß Quart oder groß Oktav, nicht höher als zwei Zoll, allenfalls der äußeren Form nach einem Buche ähnlich. Auf den Boden dieses Kästchens lege man eine Palette, die gerade so groß ist, dass sie innen hineingelegt werden kann. … Innen an den Deckel befestige man durch kurze Stiftchen ein der Größe des Deckels nahekommendes viereckiges Stückchen mit Ölfarbe grundierte Leinwand, besser noch mit Leimwasser auf einer Seite bestrichenes starkes Papier, worauf die sozunennende „Spaziergangstudie“ gemalt wird…

Das ist aus dem Buch „Die Kunst der Malerei“ von Johann Wilhelm Völker aus dem Jahre 1852. Meine sozunennende Spaziergangstudie habe ich heute Vormittag im Park gemalt. Zwischen alten Bäumen schlängelt sich ein Weg quer durch die Anlage. Vielleicht begann er seine Karriere einst als Trampelpfad, bis er zum Weg befördert wurde. Einen ähnlichen Apparat, wie ihn Johann Wilhelm Völker in dem Buch beschrieb, habe ich mir vor ein paar Jahren aus einem Holzkoffer gebaut. Mein Apparat hat den Vorteil, dass unter der Palette noch genügend Stauraum für ein paar Pinsel, Farben, Läppchen und ein Fläschlein Terpentin ist und ich dies nicht, wie Völker schreibt, in die Rocktasche stecken muss.

Apparat für Spaziergangstudien

Aumaer Straße

An der Aumaischen Straße
Öl auf MDF Board 24 x33

Heute Mittag plein air an der Straße nach Auma. Das Bild ist genauso grundiert, wie heute früh das mit dem sitzenden Jüngling. Kaseintempera mit dem Pigment Umbra natur. Die Farbe ist so, wie sie aus der Tube kommt, verarbeitet. Kein Medium, nur hier und da ein Tropfen Terpentin. Es ist übrigens eines der beiden vorbereiteten MDF Boards aus dem Post Malgründe.

Sitzender Jüngling Ölskizze auf Papier

Sitzender Jüngling Ölskizze auf Papier A4

Bei diesem Bild habe ich mit Kaseintempera und Umbra den Malgrund, es ist hier nur ein geleimtes Papier, grundiert. Das hat sich sehr gut bewährt. Auf dieser Grundierung stehen sowohl helle, als auch dunkle Farben sehr gut und man kann die Wertigkeiten von Licht und Schatten wunderbar beurteilen. Auf jeden Falls besser, als auf einem rein weißen Grund. Dem Bild tut es keinen Abbruch, wenn es unfertig bleibt. Dort, unterhalb der Hände, kann man die Grundierung sehen.

Triptis Stadtkirche St. Marien und Marktplatz

Heute Morgen tauchte bei den Leseempfehlungen im FireFox Browser ein Spiegelartikel vom letzten Sonntag auf. Der Homo erectus starb aus, weil er zu faul war. Es ist erstaunlich, was die Wissenschaftler alles herausfinden können. Homo erectus der Urvater des Hedonismus. Schade, dass er ausgestorben ist. Vielleicht wäre uns der ausufernde Neoliberalismus erspart geblieben. Wie auch immer: Um nicht auszusterben, sagte ich mir sofort, sei nicht so faul und schreibe einen kleinen Blogartikel.

Triptis Markt

Die Stadtkirche und die alte Marktschule sind zusammen ein hübsches Motiv. Normalerweise steht auf dem Marktplatz von Triptis auch noch ein Brunnen. Je nach dem von wo aus man das Motiv aufnimmt, drängt er sich vor die Silhouette der Stadtkirche oder der Marktschule links daneben. Also habe ich den Brunnen in diesem Bild einfach weggelassen, wie die vielen Autos, die gewöhnlich dort stehen. Leider wird der Marktplatz als Parkfläche genutzt. Nun ist es eine große graue Fläche geworden, die sich vor der Kirche ausbreitet. Ein rein ästhetisches Element im Bild? Seit Kant wissen wir, dass das Geschmacksurteil der ästhetischen Wahrnehmung, ein interesseloses Wohlgefallen ist, welches sich vom zweckgerichteten Gefallen abhebt. Kant geht davon aus, dass alle Menschen in der Lage zu diesem interesselosen Wohlgefallen sind. Für Pierre Bourdieu hingegen sind nur die Menschen der Oberschicht zur reinen ästhetischen Wahrnehmung in der Lage, da sie aus ihren Kinderstuben die dafür nötige Bildung mitbringen. Diese Fähigkeit zum reinen, ästhetischen Blick nutzen sie als Distinktionswerkzeug, um sich von den unteren Schichten abzugrenzen. Pierre Bourdieu hat zu diesem Thema umfangreiche Feldstudien betrieben und Unmengen von Daten erhoben. Tatsächlich konnte er beweisen, dass das Genießen rein ästhetischer Kunstwerke ein Phänomen höhergestellter Klassen ist. Ein Marktplatz sollte keine rein ästhetische Einrichtung für Distinktionsbemühte sein. Deshalb hat die graue Fläche hier im Bild auch noch eine kleine Funktion bekommen: Als gepflasterter Platz, der den sein Fahrrad liebenden Fahrradfahrer zur Überquerung einlädt.