Landschaft mit Reiher

Landschaft mit Reiher
33 x 24 Öl/LW

Nun wird alles besser. Der alte Bleistift, völlig verbraucht und abgespitzt, musste abdanken. Aus dem Konvolut der Reservisten haben sich die Kandidaten auf das freigewordene Amt als Primärstift in Stellung gerollt. Wehe ihnen, wenn der Anspitzer die Zeichenbühne betritt. Doch sie werden sich, wie alle vor ihnen, den Kopf freiwillig an die Klinge setzen lassen, um die Holzhaut abzuschälen.
Im Gedächtnis sind Bilder des vergangenen Sommers noch lange gespeichert. Hänge und Wiesen, über denen eine warme Luft steht. Reiher, die regungslos auf den Abend warten. Das Klopfen und Hämmern der Wachstumsgesellschaft, der Lärm der Autostraßen, bleiben in der Erinnerung ausgeklammert.

Landschaften aus dem Gedächtnis

Hurra, ich kann Voraussagen machen, die zu 100% eintreffen. Manchmal jedenfalls. Gestern schrieb ich noch hier im Blog, dass die Digitalisierung bald ihren Siegeszug auf die Bildende Kunst ausdehnen wird. Heute hörte ich mit ungläubigem Staunen im Radio, bei Christie’s wird das erste Gemälde, welches von Computeralgorithmen geschaffen wurde, versteigert. Die vorläufige Schätzung soll sich auf 7000 bis 10000 Euro belaufen. Eine kurze Recherche im Internet bestätigte die Korrektheit der Nachricht.

https://www.monopol-magazin.de/christies-versteigert-werk-eines-algorithmus

So viel wie menschliche Intelligenz bringt das Werk zwar noch nicht ein. Stephen Hawkings Nachlass wird zufällig auch gerade versteigert und allein seine Doktorarbeit wird auf 100.000 Dollar geschätzt. Das ist eine andere Hausnummer. Aber immerhin: Das Portrait of Edmond Belamy der künstlichen Intelligenz sieht dem berühmten Jesus-Bild der spanischen Rentnerin Cecilia Giménez verblüffend ähnlich.

Ecce Homo for Doña Cecilia Giménez

 

 

 

 

 

 

Um nach diesen aufregenden Neuigkeiten das Gemüt wieder zu beruhigen, widmete ich mich dann lieber dem Zeichnen von Landschaften aus dem Gedächtnis mit einem 2B Bleistift.

Landschaftsstudie 24 x 32 Bleistift 2B

Analoge Übungen

Wer sich mit Bildender Kunst beschäftigt, kommt nach dem Tod in den Mond. Dort wird er Caspar David Friedrich treffen und bestimmt auch den Weihnachtsmann, wenn dieser auf der Erde nicht mehr gebraucht wird. Aber warum sollten die sich im Arbeitsfeld Bildende Kunst Bemühenden in den Mond kommen? Zur Belohnung natürlich! Nach dem in Kürze zu erwartenden Siegeszug der Digitalisierung, fertigen künstlich intelligente 3-D Drucker die temporär benötigten Kunstgegenstände an. Es werden deshalb Belohnungssysteme vonnöten sein, um hominide Individuen zur Durchführung analoger Übungen zu überreden.

Landschaft mit Flaneuren 60 x 40 Öl auf Leinwand

Vertrotteln

Heute Mittag im TV Bundestag. Die Parlamentarier debattierten über ein sogenanntes Qualifizierungschancengesetz. Großer Konsens herrschte parteiübergreifend darüber, dass von nun an lebenslanges Lernen und lebenslange Weiterbildung für die Bevölkerung Usus wären und dafür Gelder bereitgestellt werden sollen. Das finde ich sehr gut. Für die Kohorten bis 50 jedenfalls. Ich habe mich ja auch mal an einer Fachschule weitergebildet. In jüngeren Jahren. Wenn ich mir die Hefte von damals anschaue, ich hatte ganz gut abgeschlossen, heute würde ich nicht mal mehr die Hälfte davon zustande bringen.
Ich empfinde, dass man ab 55 oder 60 auch geistig abzubauen beginnt. Weiterbildung ab 50 funktioniert nur, wenn sie auf einem Gebiet stattfindet, welches dem Lernenden von sich aus Begeisterung bereitet. Aller den Optimismus kultivierenden Personaltrainer zum Trotz. Kann aber auch sein, dass ich mit der Selbstdiagnose einer schleichenden geistigen Ermüdung, einem zahlenmäßig zu vernachlässigenden Ensemble angehöre. Oder, dass ich gar der Einzige bin, dessen kognitiver Leistungsgraph verdächtig in Richtung X-Achse abzudriften scheint? Ich hätte gerne das Recht verhandelt, im Alter vertrotteln zu dürfen. Die ergötzlichen Arbeitsfelder ausgenommen.

Mann im Dickicht
Studie, Öl auf Papier
A4

Nichts Bemerkenswertes

Manchmal passiert den ganzen Tag nichts Bemerkenswertes. Aber vielleicht ist das nicht nur manchmal so, sondern die Regel. Auf jeden Fall werden die Sinne wach, für die kleinen, unspektakulären Dingen, wenn die Tage ohne Sensationen dahingehen. Für die zunehmende Färbung des Laubes, für das Treiben der Vögel, für den Spaziergang von Nachbars Katze.

Landschaft mit Staffage
Aquarell 30 x 24

Landschaft mit Staffage

Weiß man heute, wo Pieter Bruegel seine Landschaften gemalt hatte? Weiß man heute, ob Frau del Giocondo genauso aussah, wie die Mona Lisa? Man weiß es nicht. Die schroffen Berge in manchen von Bruegels Bildern stimmen jedenfalls nicht mit der Topografie seiner flämischen Heimat überein. Das sagt auch Wikipedia. Und bezüglich der Mona Lisa kann man nur vermuten, dass sie dem damaligen Modell ähnlich ist. Weil Leonardo ein Meister war. Doch es gibt auch Vermutungen, dass Leonardo sich selbst mit in das Porträt hineingemalt hat. Genaues weiß man nicht. Daraus folgt: Landschaften auf gemalten Bildern müssen nicht unbedingt lokalisierbar sein und gemalte Porträts nicht unbedingt ähnlich.

Landschaft mit Staffage
Aquarell 24 x 32

Schloß Brandenstein

Nimmt der Wanderer die Straße von Pößneck nach Krölpa und biegt dort in Richtung Ranis ab, bietet sich seinem Auge eine abwechslungsreiche Landschaft dar. Sanfte und schroffe Erhebungen wechseln sich ab mit ausgedehnten Feldern und Wäldern. Alte knorrige Obstbäume säumen die Raine. Nicht lange und er erblickt einen kleinen bewaldeten Höhenzug auf dem Schloß Brandenstein in der warmen Nachmittagssonne thront. Angetan von der romantischen Kulisserie sucht er sich ein bequemes Plätzchen, setzt sich nieder, schnürt sein Ränzlein auf und holt das Zeichenzeug heraus, um die Szene zu konterfeien.

Schloß Brandenstein
Aquarell 24 x 32

Zeichnen

Vier Kopfstudien

Das Zeichnen macht zur Zeit besonders Spaß. Ich habe sozusagen die Zeichneritis bekommen. Diese Krankheit ist ziemlich hartnäckig und verheilt sehr, sehr langsam. Na ja, den einen oder anderen Versuch kann ich ja auf dem Blog abladen. Heißt das eigentlich der Blog oder das Blog. Der Duden ist sich diesbezüglich nicht einig. Dort ist zu lesen, Substantiv, Neutrum, oder Substantiv, maskulin. Demnach könnte man es schreiben, wie man will. In dem Blog Conterest steht (ganz unten): „…Denn natürlich heißt es das Blog. Schon immer, und von Anfang an. Aus nicht überlieferten Gründen ist irgendwann vor 10 oder so Jahren auch die Bezeichnung der Blog aufgekommen…„.

Gestern kam einen Meldung von Heise im Internet, dass Google plus geschlossen werden soll. Dort habe ich auch noch eine Seite, die nun wegfallen wird. Also hätte ich dann mehr Zeit für mein, oder meinen, Blog. Auch nicht schlecht.

Junge an der Tür