Neue Leinwand

New Canvas

Überraschung! Eine neue Leinwand steht auf der Staffelei. Die Frage ist, was könnte man malen? Vielleicht den Eingang zu einem alten Bergwerk? So eins in denen früher die Venetianer zugange waren. Von denen sich der Mythos der Zwerge ableitet? Im Internet habe ich gelesen, dass es im Sauerland einen Venetianerstollen gibt. Ich habe gleich mal bissel nach diesen Vorlagen herumskizziert. Na, mal sehen.

Venetianerstollen

Venetianerstollen

Für die Leinwand habe ich Baumwolltuch genommen, Maltuch Wassily ungrundiert. Das hat ein Gewicht von 280 g/m². Es müsste also korrekterweise heißen, eine neue Baumwolle steht auf der Staffelei, das klingt jedoch komisch. Das Tuch habe ich auf den Keilrahmen getackert und zweimal mit Hasenleim vorgeleimt. Der Leimansatz hat ein Mischungsverhältnis von 80g auf 1l Wasser. Dieser Ansatz wurde rund drei Stunden quellen gelassen, dann im Leimtopf auf ungefähr 60°C erwärmt. Nach dem Quellen, als es schon auf Arbeitstemperatur war, habe ich 8g Alaun hinzugefügt, damit die Leimung wasserfest wird. Der Alaun darf erst nach dem Quellen dazugegeben werden, sonst quellt nix. Nachdem die Leimung trocken war, habe ich 0,2l des warm gehaltenen Leimwassers mit 100g Lithopone und 100g Kreide verrührt. Das ergibt einen Kreidegrund. Mit diesem Kreidegrund wurde die Leinwand, bzw. Baumwolle, drei mal grundiert. Als das dann wiederum trocken war, mit feinem Schleifpapier glattgeschliffen und als Isolierung des Kreidegrundes, und gleichzeitige Imprimitur, wurde eine Kaseintempera mit grünlicher Umbra Natur aufgepinselt.
So, nun weiß ich immer noch nicht, was ich auf die Baumwolle malen könnte.

Zwerg

Zwerg

Hl Sebastian

Sebastian III

Nachdem ich beschlossen hatte, dass die Studie des hl Sebastian fertig gemalt ist, war mir auf dem Foto aufgefallen, er schwebt ja am Baum, der Sebastian. Aber gut Märtyrer und Heilige dürfen auch mal schweben, wenn es ihnen gerade danach gelüstet. Ich lasse also Seile und Sonstiges als Befestigungsmittel weg. Das würde vielleicht auch im Bild stören. Außerdem ist es nur eine Studie und die ist nun fertig. Für mich jedenfalls.

Hl Sebastian

Hl Sebastian
Studie, Öl auf Papier
32 x 24

St. Sebastian Studie

Sebastian II

Heute Vormittag war Zeit an der Studie weiterzuarbeiten. Ich habe den Körper der Figur überarbeitet und das Tuch angelegt. Die Rinde des Baumes hat auch eine erste Strukturierung bekommen. Meine Palette für diese Studie trägt die Farben Zitronengelb, gelber Ocker, Irgazienrot, Krapplack, Titan-Zinkweiß, gebrannte Sienna, Ultramarinblau und Coelinblau.

Palette

Palette

Ach und für die Grüns und die Abstimmung des Inkarnats der Figur kam schließlich noch französische grüne Erde dazu. An der Tube ist zu erkennen, dass ich mir diese Farbe, so wie den Ocker auch, selbst herstelle.

Grüne Erde

Grüne Erde

St. Sebastian Studie

St. Sebastian Studie

Atelier

Studie heiliger Sebastian

Das neue Studio ist nun halbwegs eingerichtet. Klein aber fein. Ab jetzt läuft das Experiment, Malen im kleinen Raum. Ich denke, dass Bilder bis 1,30 m möglich sind. Und im Sommer kann man immer draußen malen.

Aktuell ist aber eine kleine Studie auf Papier in Arbeit. Ich wollte schon immer mal einen heiligen Sebastian malen. Der Sebastian war ein römischer Offizier. Weil er sich zum Christentum bekannte, soll er von Kaiser Diokletian zum Tode verurteilt worden sein. Das Urteil vollstreckten Bogenschützen, weshalb er meistens von Pfeilen durchbohrt dargestellt wird. Ja dieser Kaiser hielt nicht viel von Religionsfreiheit.

Studie heiliger Sebastian

Studie heiliger Sebastian

Mein Sebastian soll an einem Baum gebunden im Wald die Vollstreckung des Urteils empfangen haben. Sebastian soll seine Hinrichtung jedoch überlebt haben. Auf dem grundierten Papier habe ich die Figur angelegt und den Waldhintergrund als Dunkelheit angedeutet. Alles mit stark verdünnter Ölfarbe, welche rasch anzog.

Das flexible Skizzenbuch

Skizzenbücher und Skizzenblöcke sind in vielerlei Ausführungen und Formaten im Künstlerbedarf erhältlich. Eigentlich bleiben für den Zeichner keine Wünsche offen. Für unterwegs eignen sich sehr gut die Skizzenblöcke in Spiralbindung. Ob Quer- oder Hochformat entscheiden der Geschmack und das jeweilige Vorhaben. Zum Beispiel, ob Landschaften skizziert werden sollen oder das Zeichnen von Porträts ansteht. Der Vorteil der Spiralbindung ist, dass man die Seiten, auf denen schon gezeichnet wurde, ganz umklappen kann, sodass der Block oder das Buch beim Skizzieren, und vor allem im Stehen, ziemlich bequem in der Hand gehalten werden kann. Bei Skizzenbüchern mit Fadenbindung geht das nicht so einfach. Dafür kann man hier viel besser über zwei Seiten zeichnen, hat also, wenn man es benötigt, schnell und einfach eine Formatverdopplung zur Hand.
Ich habe mir, trotz dass es alles zum Zeichnen Notwendige gibt, selbst ein Skizzenbuch gebastelt. Ein Skizzenbuch für lose Blätter. Der Grund ist ganz einfach. Ich kaufe gerne Zeichenpapier als Bogenware in größeren Packungen.

Für die Herstellung meines Skizzenbuches brauche ich eine Hartfaserplatte, eine Mappe aus Pappe, eine kleine Flasche Kaltleim und eine Klammer.

Die Größe der Mappe sollte dem Format entsprechen, in dem man später arbeiten will. Ich habe eine Mappe aus Graupappe im Format 26cm x 33cm genommen. Damit kann ich in A5, A4 und 24 x 32 arbeiten. Die Hartfaserplatte in der Stärke von 3mm habe ich mir im Baumarkt auf die 26cm x 33cm zuschneiden lassen und mit Hilfe des Kaltleims auf die Seite der Mappe geklebt, um deren Ecken die Gummis geschnippt werden.

Achtung, vor dem Kleben die Gummis abmachen, sonst geht die Mappe nicht mehr auf. Das flexible Skizzenbuch ist nun fertig und kann mit den Papierbögen befüllt werden. Die Klammer noch aufgesteckt, für windige Tage, und auf geht’s.

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Gender

Im Gespräch mit dem Marabu wurden zusätzlich zur aktuellen politischen Lage folgende Dinge erörtert:

Ist es in der heutigen Zeit noch möglich, in eine so vergnügte Stimmung zu kommen, wie sie Don Giovanni in der Champagnerarie ausdrückt?

Kann Leporello gegendert werden?

Bezüglich des ersten Punktes kamen die Diskutanten zu dem Schluss, dass es Personen, die vom Genderismus keine Ahnung haben und die die Kultur des Hinterwäldlerischen aus freien Stücken pflegen, unter Umständen gelingen kann, vergnügt zu sein.
Bezüglich des zweiten Punktes konnte keine Konklusion herbeigeführt werden, da sich die Diskutanten nicht darüber klar werden konnten, was gendern eigentlich sein soll. Vermutet wurde, das Genderisten höchstwahrscheinlich sich selbst pflegende Mängelwesen sind, was aber in der Frage nach der Möglichkeit der Genderung Leporellos nicht weiterhalf.
Vergnügt gingen die Diskutanten auseinander.

Marabu im Gespräch mit einem Mann
Bleistift B2 / A4

Vorlagen

Rose
Bleistift B4 / A4

Man kann ja jederzeit etwas aus dem Gedächtnis zeichnen. Doch oft fällt das schwer, weil die Vorstellung des zu zeichnenden Objektes nicht gelingen will. Dem Zeichnen sollte das keinen Abbruch tun, denn dann wird die Zeichnung zwar ungenauer, aber umso freier und individueller.

Findet man überhaupt keinen Einstieg, ist es heutzutage, in den Zeiten des Internets, leicht, das bildnerischer Vorstellungsvermögen anzukurbeln. In eine Internetsuchmaschine einfach Marabu oder Rose eingegeben und auf Bildersuche geklickt, und schon sind mannigfaltige Vorlagen zum Zeichnen verfügbar. Das ist für Übungen eine sehr schöne und effektive Möglichkeit, welche die moderne digitale Welt bereithält. Die Gefahr dabei ist, dass der Zeichner in dieses pingelige Foto abpinseln gerät, dessen Ergebnisse man leider nur allzu oft sehen kann. Fotovorlagen sollten frei interpretiert werden. Das gibt den Zeichnungen viel mehr Schwung. Das Charakteristische einer Zeichnung sind die Linie und die Schraffur und nicht die perfekte Kopie einer Vorlage. Es sei denn man ist Fotorealist.

Marabu
Bleistift B4 / A4

 

 

 

Venus

Venus nach Botticelli
Studie a4

 

 

 

Jetzt, wo der November begonnen hat, der Nebelung, träumte ich von Botticellis Venus. Jetzt, wo der altmodische Mensch unserer Breiten den Nordwind erwartet, Nebelfelder und frühmorgendliche Eiskristalle über nochgrünen Wiesen, Gedanken an die Meerschaumgeborene, wie sie anlandet auf ihrem Muschelnachen. Sie hat ein dünnes Gewand bekommen. Es wird kalt.