Alte Brücke im Wald – Studie nach Johann Schirmer

Alte Brücke im Wald Studie nach Johann Schirmer 21 x 29 Öl/LW

Welcher Schwarmgeist hätte nicht Lust, über eine solche alte Brücke zu flanieren, auch wenn niemand zuschaut. Die meisten Großstädter scheinen sich im Wald einsam und verlassen zu fühlen. Aus welchem Grunde sonst bereisen sie die Natur am liebsten in größeren Gruppen? Für den Schwärmer ist es im Wald nie einsam. Überall krabbelt und kriecht es, im Unterholz verbergen sich scheue Tiere und in den Wipfeln hocken vielerlei Vögel. Und wenn es leise ist, wenn sich kein Lärm von Ausflüglern, Touristen und quengelnden Kindern breitmacht, kann man die Stille des Waldes hören. Das Waldweben. Vorausgesetzt, es sind keine Autobahnen und Fernverkehrsstraßen, deren nervtötendes Rauschen allerorten die Luft erfüllt, in der weiteren Umgebung vorhanden.

An der Wisenta

Die Natur ist wunderbar und versetzt uns immer wieder in Erstaunen, mag sie vom menschlichen Wirtschaften noch so sehr gequält werden. So gesehen letzten Samstag in der Nähe der Schmittenmühle bei Wüstendittersdorf, wo die Wisenta, fast noch Bach, neben den Gleisen der alten Bahnstrecke von Mühltroff nach Schleiz durch eine Aue mäandert: Aus dem knorrigen Ast einer gefallenen Weide wachsen drei junge Bäumchen empor. Wahrscheinlich waren das ehemalige Äste, die glücklicherweise nach dem Sturz oben lagen. Die Wisentaaue ist ein Naturidyll, soweit weg von der Welt, dass sogar der eine oder andere Schmetterling am Wegesrand auffällt. Allerdings nur die weißen und gelben, die schönen hellblauen, die es früher gab, die sind nicht mehr da.

Plein Air und Felsenstudie

Manche sagen ja, dass man vor der Natur entstandene Arbeiten zu Hause in der Werkstatt nicht mehr bearbeiten soll, aber da es in der Kunst nur die Regel gibt, dass es keine Regel gibt, verfahre ich diesbezüglich anders. Die obengenannte Forderung ist natürlich berechtigt, wenn die künstlerische Absicht ist, den Natureindruck möglichst unverfälscht wiederzugeben. Ein Finish in der Werkstatt wäre dem abträglich, weil man aus der Erinnerung heraus arbeiten müsste. In die Erinnerung schleichen sich aber immer Erlebtes und Gewusstes ein und verschleifen quasi den ursprünglichen Natureindruck.

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Plein Air am Dienstag

Plein Air Burkersdorf

Heute Plein Air in den Tälerdörfern. Am Ortseingang von Burkersdorf steht ein Hof in der Talsenke. Das war heute mein Motiv. Die Abendsonne zauberte unter den aufziehenden blaugrauen Wolken die wärmsten Töne in Gelb, Ocker und Orange an den Horizont. Gegen Ende der Sitzung kam immer mehr Wind auf, die Wolken bedeckten nun den ganzen Himmel und wurden immer dunkler. Ehe der Regen kam, packte ich zusammen, das Bild wird im Atelier vollendet.

Ölskizze mit Medium L

Ölskizze

Heute eine Ölskizze und Test des Malmittels Medium L. Da gibt es nicht viel zu schreiben, das Malmittel hat den Test bestanden. Es lässt sich ausgezeichnet verarbeiten, die Farbe wird etwas verdünnt und fließt sehr gut ab. Man braucht keinen Palettenstecker. Durch die gelartige Konsistenz kann man das Malmittel in kleinen Portiönchen gleich auf die Palette geben.

Feldstaffelei Setup

Auf seinem Youtubekanal hat der Maler Stefan Nützel ein Review über Ölfarben eingestellt. Das brachte mich auf die Idee auch einmal verschiedene Hersteller auszuprobieren. Normalerweise male ich mit Lukas 1862 oder Norma von Schmincke. Ein paar Tuben von den Rubens Ölfarben lungern auch noch in der Malkiste herum.

Rubens Ölfarben kamen aus Nerchau und waren die DDR Marke. Soviel ich weiß, war das zuletzt die einzige Ölfarbenmarke der DDR. Die Künstlerfarbenfabrik Neisch&Co. aus Dresden, die es früher auch noch in der DDR gab, wurde von Nerchau 1970 übernommen. Nerchau selbst gehörte ab 1970 zum VEB Kali-Chemie Berlin. Nach der Wende wurde ein großer Teil der Produktion stillgelegt und die Künstlerfarbensparte ging an die Firma Lukas. Lukas Nerchau Farben selbst ging 2013 an das britische Unternehmen Daler-Rowney, die wiederum 2016 von der italienischen F.I.L.A. Group gekauft wurden.

Doch zurück zum Setup der Feldstaffelei. Ich hatte mir also Lichten Ocker verschiedener High End Marken bestellt. Erdfarben sind nicht so exorbitant teuer wie die Kobalt- und Kadmiumfarben. Der Ocker von Schmincke der Marke Mussini wandert nun als erste teure Farbe in die Outdoor Ausrüstung.
Dazu kommen ein paar Pinsel bis Größe 12 und ein paar Lappen. Als Malmittel werde ich das erste Mal das Medium L von Schmincke testen. Dieses gelartige Malmittel soll stark trocknungsbeschleunigend wirken und Glanz und Transparenz erhöhen. Mal sehen, wie es sich beim Plein Air bewährt.

Früher hatte ich das Medium 5 von Lukas in Gebrauch, doch auf Grund der neuen Chemikalienverordnung gibt es die Medien 4 und 5 in Deutschland kaum noch zu kaufen. Komisch, in den Nachbarländern werden diese Malmittel noch ganz normal im Künstlerfachhandel angeboten.