Schaf auf einer Wiese

Das Schaf wanderte aus

Zu Weihnachten ist das Schaf ausgewandert und hat eine neue Besitzerin gefunden. Den verlassenen Platz am Fenster, wo es ausgestellt war, haben nun die herbstlichen Felder erobert.
Was nun? Man könnte sich ein neues Schaf malen. Eine neue Fassung. Von Edward Munch’s Schrei gibt es auch mehrere Fassungen. Vier Stück sollen es sein. Auch von Caspar David Friedrichs Gemälde Zwei Männer in Betrachtung des Mondes sind verschiedenen Fassungen bekannt. Mal mit zwei Männern, dann mit Mann und Frau.
Ich denke, wenn im Sommer die Tiere wieder auf den Weiden sind, werden ich mich mit Bleistift und Skizzenblock bewaffnen, fröhliche Studien treiben und mir ein neues Schaf malen. Oder zwei? Oder drei? Schauen wir mal.

Skizze

Frühlingshaftes Wetter ringsum. Nur das Grün der Bäume fehlt. Das hat aber auch sein Gutes. Ohne Laub kann man die Anatomie der Bäume und Sträucher sehr gut studieren. Geht man um den Triptiser Stausee, findet man sich plötzlich in einem kleinen Eichenhain wieder. Dort saß ich auf einem Stumpf und zeichnete die Eiche. Um die Skizze etwas zu beleben, kam noch ein Reiher dazu. Der war aber nicht vor Ort, der ist eine reine Erfindung meinerseits.
Den Nachmittag nutzte ich heute um im Garten fünf Bildträger vorzuleimen und zu grundieren. Im Freien macht sich das gut, weil die Aufträge rasch trocknen und man zügig vorankommt.

Eiche
Eiche

Castello Santa Severa

Castello Santa Severa

Santa Severa ist ein Badeort der Römer. Er liegt nordwestlich von Rom am Mittelmeer. Die Burg dort wurde im 9. Jh. gebaut.
Für dieses Jahr habe ich mir mal ganz unverbindlich vorgenommen mehr zu skizzieren und zu zeichnen. Im Zeichnen muss ich sattelfester werden. Deshalb gibt es von nun an eher jeden Tag eine Zeichnung oder Skizze, als ein Bild. Aber Bilder kommen auch ab und zu in den Blog.

Am Castello Santa Severa
Am Castello Santa Severa
Skizze Otto Dix Haus

Ein gesundes neues Jahr

allen Bloglesern. Heute war mir das Wetter zu grau, um ins Feld zu ziehen. Über Google Street View habe ich das Otto Dix Haus in Gera Untermhaus gefunden und davon eine kleine Skizze angefertigt. Über die Feiertage habe ich mir viel von dem Urban Sketcher Jens Hübner angeschaut. Er schreibt oft neben seine Skizzen, um was es sich handelt. So habe ich das hier auch gemacht und finde es ganz hübsch. Die Idee mit dem Street View als Vorlage ist von Jutta Richter, die hier eine hervorragende Website zum Thema zeichnen betreibt: https://www.zeichnenonline.de

Otto Dix Haus
Blei- und Buntstift auf A5 Skizzenblock


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Gegend im Elbsandsteingebirge

Aquarell über Bleistift, 24 x30
Die Sächsische und die Böhmische Schweiz bieten eine Fülle an Motiven. Ist doch nicht zuletzt der große Landschafter Caspar David Friedrich hier gewandert. Aber nicht nur er, viele andere auch, wie vor ihm Adrian Zingg und Anton Graff. Sie fühlten sich beim Anblick der Tafelberge an die Formationen des Schweizer Jura erinnert und gaben der Gegend den Namen Sächsische Schweiz. Der sogenannte Malerweg erinnert an diese Künstlerwanderungen.

Gegend im Elbsandsteingebirge
Gegend im Elbsandsteingebirge

Erinnerung an das Prebischtor

Über die Weihnachtszeit kommen traditionell viele Märchen im Fernsehen. So auch Der König von Narnia. Einige Szenen dieses Filmes spielen am Prebischtor in der Böhmischen Schweiz bei Hřensko. Das erinnerte mich an die früheren Ausflüge dorthin und da auch in der Weihnachtszeit und zwischen den Feiertagen Zeit für kleine Skizzen bleibt, habe ich heute eine Interpretation vom Prebischtor für den Blog. Diesmal nicht nur Bleistift. Aquarell über Bleistift und Tusche 24 x 30

Erinnerung an das Prebischtor
Erinnerung an das Prebischtor


Zeit für kleine Skizzen

bleibt auch an den Feiertagen und zwischen Weihnachten und Neujahr. Als Motiv dienen wieder einmal norwegische Landschaften, Torghatten und Hestmannen, sowie die verfallene Grundmühle, Dolsky Mlyn, die in den tiefen Schluchten der böhmischen Schweiz, wo die Biele in die Kamnitz mündet, steht

Der Mythos erzählt, dass Torghatten einst der Hut des Königs Sulitjelmakongen war. Hestmannen war ein ungehorsamer Ritter, der die Jungfrau Lakamoya, des Königs Tochter, in der Morgendämmerung verfolgte. Enttäuscht darüber, dass er sie nicht erreichen konnte, schoss er einen Pfeil nach ihr. Das sah der König von seinem Berge aus und er warf seinen Hut dazwischen. Der Pfeil durchbohrte den Hut. In dem Moment ging die Sonnen auf, schien durch das Loch im Hut und Hestmannen erstarrte zu Stein, zu jener Felsformation, die heute noch steht und der Hut wurde zu Torghatten, dem Berg mit dem Loch.

Torghatten
Norwegische Landschaft (Torghatten)
Hestmannen
Norwegische Landschaft (Hestmannen)
Dolsky Mlyn
Grundmühle (Dolsky Mlyn)


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Portraitstudie Arvo Pärt

Bildnisstudie

Die Vorlage war für meine Übungen heute war ein zufällig ausgewähltes Bild des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Natürlich habe ich während der Arbeit seine Musik angestellt. Seine musikalische Umsetzung des Stabat Mater hat für mich etwas elysisches. Daher wahrscheinlich der blaue Hintergrund.

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Krähe

Eine Krähe…

…war mit mir aus der Stadt gezogen,
Ist bis heute für und für um mein Haupt geflogen…

Und als wir übers Land fuhren, saß sie auf einem verlorenen Grabstein und krähte gar schrecklich in ein Tal.

Heute war keine Zeit für ein Tagesbild, doch für eine Zeichnung allemal.

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Orlasenke

Orlasenke in Tusche

Die Landschaft der Orlasenke reizt immer wieder zum zeichnen und malen.

Orlasenke

Orlasenke

Die weiten Blicke die sanften Erhebungen auf denen sich Wiesen und Felder ausbreiten, unterbrochen von schroffen Riffen und Felsgruppen.

pilgernder Mönch in felsiger Landschaft

pilgernder Mönch in felsiger Landschaft

Nach dem Zeichnen der Landschaft der Orlasenke, kam die Idee noch einen pilgernden Mönch zu machen, der diesmal aber in einer felsigen Landschaft wandert. Ach und noch bissel bei Rembrandt abgekupfert. Alles mit dem Zeug, siehe Beitrag –> Zeug, gezeichnet. Ich verwende Ausziehtusche von ROHRER&Klinger und Brause Zeichenfedern Typ 66 hochelastisch.

Rembrandt Studie

Rembrandt Studie

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Kerze

Advent

Nun ist der erste Advent schon da.

Kerze

Kerze

Das Jahr ist im Rückblick schnell vergangen. Überhaupt vergehen die Jahre immer schneller, je älter man wird. In der Kindheit und in den jungen Jahren empfinden wir das Leben als endlos und die Zeit als träge und zäh, sobald wir nur auf etwas warten. Den Geburtstag oder Weihnachten zum Beispiel. Im Alter haben wir die Zeit ökonomisiert, wir haben so etwas Zeitmanagement eingeführt und schwups, haben wir keine Zeit mehr, sie vergeht rasend schnell.

Bockwurstesser

Bockwurstesser

Mit dem Anbrechen des Advents, eröffnen nach und nach auch die Weihnachtsmärkte, welche die verschiedensten Köstlichkeiten feil halten und man kann wieder Wurstesser vor Buden sehen.
So mancher bleibt aber auch gerne zu Hause und nutzt freie Zeit für ein paar besinnliche Minuten. Schaltet man äußerliche Störfaktoren, wie Fernsehen oder Radio, dabei auch einmal aus, so kann man den Wert der Zeit, ihr langsames, stetiges dahinfließen, wieder erfahren. Die Wölkchen, die dem Mund des Räuchermännels entweichen, mit interesselosem Wohlgefallen beobachtend.

Räuchermännel

Räuchermännel

Neue Leinwand

New Canvas

Überraschung! Eine neue Leinwand steht auf der Staffelei. Die Frage ist, was könnte man malen? Vielleicht den Eingang zu einem alten Bergwerk? So eins in denen früher die Venetianer zugange waren. Von denen sich der Mythos der Zwerge ableitet? Im Internet habe ich gelesen, dass es im Sauerland einen Venetianerstollen gibt. Ich habe gleich mal bissel nach diesen Vorlagen herumskizziert. Na, mal sehen.

Venetianerstollen

Venetianerstollen

Für die Leinwand habe ich Baumwolltuch genommen, Maltuch Wassily ungrundiert. Das hat ein Gewicht von 280 g/m². Es müsste also korrekterweise heißen, eine neue Baumwolle steht auf der Staffelei, das klingt jedoch komisch. Das Tuch habe ich auf den Keilrahmen getackert und zweimal mit Hasenleim vorgeleimt. Der Leimansatz hat ein Mischungsverhältnis von 80g auf 1l Wasser. Dieser Ansatz wurde rund drei Stunden quellen gelassen, dann im Leimtopf auf ungefähr 60°C erwärmt. Nach dem Quellen, als es schon auf Arbeitstemperatur war, habe ich 8g Alaun hinzugefügt, damit die Leimung wasserfest wird. Der Alaun darf erst nach dem Quellen dazugegeben werden, sonst quellt nix. Nachdem die Leimung trocken war, habe ich 0,2l des warm gehaltenen Leimwassers mit 100g Lithopone und 100g Kreide verrührt. Das ergibt einen Kreidegrund. Mit diesem Kreidegrund wurde die Leinwand, bzw. Baumwolle, drei mal grundiert. Als das dann wiederum trocken war, mit feinem Schleifpapier glattgeschliffen und als Isolierung des Kreidegrundes, und gleichzeitige Imprimitur, wurde eine Kaseintempera mit grünlicher Umbra Natur aufgepinselt.
So, nun weiß ich immer noch nicht, was ich auf die Baumwolle malen könnte.

Zwerg

Zwerg

Hl Sebastian

Sebastian III

Nachdem ich beschlossen hatte, dass die Studie des hl Sebastian fertig gemalt ist, war mir auf dem Foto aufgefallen, er schwebt ja am Baum, der Sebastian. Aber gut Märtyrer und Heilige dürfen auch mal schweben, wenn es ihnen gerade danach gelüstet. Ich lasse also Seile und Sonstiges als Befestigungsmittel weg. Das würde vielleicht auch im Bild stören. Außerdem ist es nur eine Studie und die ist nun fertig. Für mich jedenfalls.

Hl Sebastian

Hl Sebastian
Studie, Öl auf Papier
32 x 24

St. Sebastian Studie

Sebastian II

Heute Vormittag war Zeit an der Studie weiterzuarbeiten. Ich habe den Körper der Figur überarbeitet und das Tuch angelegt. Die Rinde des Baumes hat auch eine erste Strukturierung bekommen. Meine Palette für diese Studie trägt die Farben Zitronengelb, gelber Ocker, Irgazienrot, Krapplack, Titan-Zinkweiß, gebrannte Sienna, Ultramarinblau und Coelinblau.

Palette

Palette

Ach und für die Grüns und die Abstimmung des Inkarnats der Figur kam schließlich noch französische grüne Erde dazu. An der Tube ist zu erkennen, dass ich mir diese Farbe, so wie den Ocker auch, selbst herstelle.

Grüne Erde

Grüne Erde

St. Sebastian Studie

St. Sebastian Studie

Atelier

Studie heiliger Sebastian

Das neue Studio ist nun halbwegs eingerichtet. Klein aber fein. Ab jetzt läuft das Experiment, Malen im kleinen Raum. Ich denke, dass Bilder bis 1,30 m möglich sind. Und im Sommer kann man immer draußen malen.

Aktuell ist aber eine kleine Studie auf Papier in Arbeit. Ich wollte schon immer mal einen heiligen Sebastian malen. Der Sebastian war ein römischer Offizier. Weil er sich zum Christentum bekannte, soll er von Kaiser Diokletian zum Tode verurteilt worden sein. Das Urteil vollstreckten Bogenschützen, weshalb er meistens von Pfeilen durchbohrt dargestellt wird. Ja dieser Kaiser hielt nicht viel von Religionsfreiheit.

Studie heiliger Sebastian

Studie heiliger Sebastian

Mein Sebastian soll an einem Baum gebunden im Wald die Vollstreckung des Urteils empfangen haben. Sebastian soll seine Hinrichtung jedoch überlebt haben. Auf dem grundierten Papier habe ich die Figur angelegt und den Waldhintergrund als Dunkelheit angedeutet. Alles mit stark verdünnter Ölfarbe, welche rasch anzog.

Das flexible Skizzenbuch

Skizzenbücher und Skizzenblöcke sind in vielerlei Ausführungen und Formaten im Künstlerbedarf erhältlich. Eigentlich bleiben für den Zeichner keine Wünsche offen. Für unterwegs eignen sich sehr gut die Skizzenblöcke in Spiralbindung. Ob Quer- oder Hochformat entscheiden der Geschmack und das jeweilige Vorhaben. Zum Beispiel, ob Landschaften skizziert werden sollen oder das Zeichnen von Porträts ansteht. Der Vorteil der Spiralbindung ist, dass man die Seiten, auf denen schon gezeichnet wurde, ganz umklappen kann, sodass der Block oder das Buch beim Skizzieren, und vor allem im Stehen, ziemlich bequem in der Hand gehalten werden kann. Bei Skizzenbüchern mit Fadenbindung geht das nicht so einfach. Dafür kann man hier viel besser über zwei Seiten zeichnen, hat also, wenn man es benötigt, schnell und einfach eine Formatverdopplung zur Hand.
Ich habe mir, trotz dass es alles zum Zeichnen Notwendige gibt, selbst ein Skizzenbuch gebastelt. Ein Skizzenbuch für lose Blätter. Der Grund ist ganz einfach. Ich kaufe gerne Zeichenpapier als Bogenware in größeren Packungen.

Für die Herstellung meines Skizzenbuches brauche ich eine Hartfaserplatte, eine Mappe aus Pappe, eine kleine Flasche Kaltleim und eine Klammer.

Die Größe der Mappe sollte dem Format entsprechen, in dem man später arbeiten will. Ich habe eine Mappe aus Graupappe im Format 26cm x 33cm genommen. Damit kann ich in A5, A4 und 24 x 32 arbeiten. Die Hartfaserplatte in der Stärke von 3mm habe ich mir im Baumarkt auf die 26cm x 33cm zuschneiden lassen und mit Hilfe des Kaltleims auf die Seite der Mappe geklebt, um deren Ecken die Gummis geschnippt werden.

Achtung, vor dem Kleben die Gummis abmachen, sonst geht die Mappe nicht mehr auf. Das flexible Skizzenbuch ist nun fertig und kann mit den Papierbögen befüllt werden. Die Klammer noch aufgesteckt, für windige Tage, und auf geht’s.

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Gender

Im Gespräch mit dem Marabu wurden zusätzlich zur aktuellen politischen Lage folgende Dinge erörtert:

Ist es in der heutigen Zeit noch möglich, in eine so vergnügte Stimmung zu kommen, wie sie Don Giovanni in der Champagnerarie ausdrückt?

Kann Leporello gegendert werden?

Bezüglich des ersten Punktes kamen die Diskutanten zu dem Schluss, dass es Personen, die vom Genderismus keine Ahnung haben und die die Kultur des Hinterwäldlerischen aus freien Stücken pflegen, unter Umständen gelingen kann, vergnügt zu sein.
Bezüglich des zweiten Punktes konnte keine Konklusion herbeigeführt werden, da sich die Diskutanten nicht darüber klar werden konnten, was gendern eigentlich sein soll. Vermutet wurde, das Genderisten höchstwahrscheinlich sich selbst pflegende Mängelwesen sind, was aber in der Frage nach der Möglichkeit der Genderung Leporellos nicht weiterhalf.
Vergnügt gingen die Diskutanten auseinander.

Marabu im Gespräch mit einem Mann
Bleistift B2 / A4

Vorlagen

Rose
Bleistift B4 / A4

Man kann ja jederzeit etwas aus dem Gedächtnis zeichnen. Doch oft fällt das schwer, weil die Vorstellung des zu zeichnenden Objektes nicht gelingen will. Dem Zeichnen sollte das keinen Abbruch tun, denn dann wird die Zeichnung zwar ungenauer, aber umso freier und individueller.

Findet man überhaupt keinen Einstieg, ist es heutzutage, in den Zeiten des Internets, leicht, das bildnerischer Vorstellungsvermögen anzukurbeln. In eine Internetsuchmaschine einfach Marabu oder Rose eingegeben und auf Bildersuche geklickt, und schon sind mannigfaltige Vorlagen zum Zeichnen verfügbar. Das ist für Übungen eine sehr schöne und effektive Möglichkeit, welche die moderne digitale Welt bereithält. Die Gefahr dabei ist, dass der Zeichner in dieses pingelige Foto abpinseln gerät, dessen Ergebnisse man leider nur allzu oft sehen kann. Fotovorlagen sollten frei interpretiert werden. Das gibt den Zeichnungen viel mehr Schwung. Das Charakteristische einer Zeichnung sind die Linie und die Schraffur und nicht die perfekte Kopie einer Vorlage. Es sei denn man ist Fotorealist.

Marabu
Bleistift B4 / A4

 

 

 

Venus

Venus nach Botticelli
Studie a4

 

 

 

Jetzt, wo der November begonnen hat, der Nebelung, träumte ich von Botticellis Venus. Jetzt, wo der altmodische Mensch unserer Breiten den Nordwind erwartet, Nebelfelder und frühmorgendliche Eiskristalle über nochgrünen Wiesen, Gedanken an die Meerschaumgeborene, wie sie anlandet auf ihrem Muschelnachen. Sie hat ein dünnes Gewand bekommen. Es wird kalt.

Landschaft mit Reiher

Landschaft mit Reiher

Landschaft mit Reiher
33 x 24 Öl/LW

Nun wird alles besser. Der alte Bleistift, völlig verbraucht und abgespitzt, musste abdanken. Aus dem Konvolut der Reservisten haben sich die Kandidaten auf das freigewordene Amt als Primärstift in Stellung gerollt. Wehe ihnen, wenn der Anspitzer die Zeichenbühne betritt. Doch sie werden sich, wie alle vor ihnen, den Kopf freiwillig an die Klinge setzen lassen, um die Holzhaut abzuschälen.
Im Gedächtnis sind Bilder des vergangenen Sommers noch lange gespeichert. Hänge und Wiesen, über denen eine warme Luft steht. Reiher, die regungslos auf den Abend warten. Das Klopfen und Hämmern der Wachstumsgesellschaft, der Lärm der Autostraßen, bleiben in der Erinnerung ausgeklammert.

Landschaften aus dem Gedächtnis

Hurra, ich kann Voraussagen machen, die zu 100% eintreffen. Manchmal jedenfalls. Gestern schrieb ich noch hier im Blog, dass die Digitalisierung bald ihren Siegeszug auf die Bildende Kunst ausdehnen wird. Heute hörte ich mit ungläubigem Staunen im Radio, bei Christie’s wird das erste Gemälde, welches von Computeralgorithmen geschaffen wurde, versteigert. Die vorläufige Schätzung soll sich auf 7000 bis 10000 Euro belaufen. Eine kurze Recherche im Internet bestätigte die Korrektheit der Nachricht.

https://www.monopol-magazin.de/christies-versteigert-werk-eines-algorithmus

So viel wie menschliche Intelligenz bringt das Werk zwar noch nicht ein. Stephen Hawkings Nachlass wird zufällig auch gerade versteigert und allein seine Doktorarbeit wird auf 100.000 Dollar geschätzt. Das ist eine andere Hausnummer. Aber immerhin: Das Portrait of Edmond Belamy der künstlichen Intelligenz sieht dem berühmten Jesus-Bild der spanischen Rentnerin Cecilia Giménez verblüffend ähnlich.

Ecce Homo for Doña Cecilia Giménez

 

 

 

 

 

 

Um nach diesen aufregenden Neuigkeiten das Gemüt wieder zu beruhigen, widmete ich mich dann lieber dem Zeichnen von Landschaften aus dem Gedächtnis mit einem 2B Bleistift.

Landschaftsstudie 24 x 32 Bleistift 2B