Gegend bei Miesitz

Gegend bei Miesitz
Gegend bei Miesitz 24 x 32, aquarellartig vermalte Gouache auf Papier

Ich glaube, ich bin ein Fan der alten analogen Welt. Mit der sogenannten Digitalisierung wird wieder einmal eine populäre Sau durch das Dorf getrieben, die mir zudem völlig unbekannt ist. Heute wollte ich mühsam erarbeitete, schöne bunte Dateien zum Onlinedrucken dem vielgepriesenen Internet anheimstellen. Ach, alles ist schief gegangen. Auf den Korrekturfahnen waren auf einmal weiße Ränder um alle eingefügten Bilder zu sehen, das hochladen neuer Dateien funktionierte nicht und am Telefon meldete sich die Warteschleifendamenstimme in monotonen Wiederholungen. Das kostet Nerven.
Nervenschonend ist dagegen das analoge Herstellen von Landschaftsmalereien mit Hilfe von Gouache, Aquarell- oder Ölfarbe. Ich sitze bei heiterem Wetter am Feldrand und lasse alles auf mich wirken: den Wind, das Rauschen der Baumwipfel, das Summen und das Knispeln der Insekten, den Geruch der Blüten und der Gräser. Ich tauche den Pinsel in das Wasser und danach in die Farbe. Keine Error Meldung blinkt über den Farbnäpfchen auf.

Blick über die Orlasenke Richtung Lemnitz

Die Orlasenke präsentiert sich als ein riesiges Tal zwischen Triptis und Saalfeld. Durchwandert man diese Landschaft auf den Höhen ihrer Flanken, eröffnen sich weite Blicke in das Land. Ich versuche, mir die Charakteristik der Landschaft mit Gouache zu erarbeiten. Hier stand ich an der Nordflanke der Senke. Ein lang abfallender Hang, auf dem die junge Saat schon aufgegangen ist. Weiter unten sind einige Anwesen eines Dorfes zu erkennen. Ich bemühe mich, Bewegungen in der Landschaft zu erkennen. Kleine Bodenwellen, kaum spürbare Faltungen der Geologie. Diese nutze ich, um das Bild zu strukturieren. Ansonsten wäre der Hang nur eine öde, grüne Fläche im Bild. Die Situation des abfallenden Geländes, des Tales und des Wiederanstieges in der Ferne soll bildnerisch umgesetzt werden.

Blick über die Orlasenke Richtung Lemnitz
Blick über die Orlasenke Richtung Lemnitz

Gouache ist für mich ein nicht so ganz einfaches Medium. Ich muss mich erst daran gewöhnen. Erstaunlich, dass mit diesem doch schwierigen Farbsystem in der Unterstufe gearbeitet wird. Die Farbe ändert sich mit dem Trocknen. Sie lässt sich also während der Arbeit nur ungefähr beurteilen. Man muss Erfahrung sammeln. Hier in dem Bild, des von Feldern und Wiesen umgebenen Dorfes, bin ich schon mehr in die Farbe gegangen. Mutiger sozusagen. Die Formen des Landschaftsleibes kommen ausdrucksstärker heraus.

Von Feldern und Wiesen umgebenes Dorf
Von Feldern und Wiesen umgebenes Dorf

Trotzdem, die Gouache ist ein wunderbares Farbsystem, um sich Landschaften zu erarbeiten, um Landschaftsskizzen vor Ort zu machen und um Stimmungen in farblichen Ausdruck zu übersetzen. Als Grundausstattung reichen jeweils ein warmes und kaltes Gelb, Rot und Blau, ein Ocker, ein Umbra und ein Schwarz und ein Weiß. Stabiles Papier und ein Gefäß mit Wasser, ein paar Borstpinsel und ein- zwei kleine Rundpinsel mit Fehhaar oder Marderhaar für Details und das Naturstudium kann beginnen.

Kuh
Kuh

Landschaftsskizze mit Gouache

Mit einfacher Gouache, quasi Schulmalfarbe, auf einem einfachen Aquarellblock (Jedoch sollte der Block wenigstens vierseitig geleimt sein, sonst wellt sich das Papier zu sehr.) kann man wunderbar unterwegs Landschaftsskizzen anfertigen. Notizen auf bildnerischen Erkundungsgängen.
So wie hier im Bild, die Felder bei Leubsdorf. Gouache auf Papier, 24 x 32.

Felder bei Leubsdorf
Felder bei Leubsdorf