An der Wisenta

Die Natur ist wunderbar und versetzt uns immer wieder in Erstaunen, mag sie vom menschlichen Wirtschaften noch so sehr gequält werden. So gesehen letzten Samstag in der Nähe der Schmittenmühle bei Wüstendittersdorf, wo die Wisenta, fast noch Bach, neben den Gleisen der alten Bahnstrecke von Mühltroff nach Schleiz durch eine Aue mäandert: Aus dem knorrigen Ast einer gefallenen Weide wachsen drei junge Bäumchen empor. Wahrscheinlich waren das ehemalige Äste, die glücklicherweise nach dem Sturz oben lagen. Die Wisentaaue ist ein Naturidyll, soweit weg von der Welt, dass sogar der eine oder andere Schmetterling am Wegesrand auffällt. Allerdings nur die weißen und gelben, die schönen hellblauen, die es früher gab, die sind nicht mehr da.

Plein Air und Felsenstudie

Manche sagen ja, dass man vor der Natur entstandene Arbeiten zu Hause in der Werkstatt nicht mehr bearbeiten soll, aber da es in der Kunst nur die Regel gibt, dass es keine Regel gibt, verfahre ich diesbezüglich anders. Die obengenannte Forderung ist natürlich berechtigt, wenn die künstlerische Absicht ist, den Natureindruck möglichst unverfälscht wiederzugeben. Ein Finish in der Werkstatt wäre dem abträglich, weil man aus der Erinnerung heraus arbeiten müsste. In die Erinnerung schleichen sich aber immer Erlebtes und Gewusstes ein und verschleifen quasi den ursprünglichen Natureindruck.

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Ölskizze mit Medium L

Ölskizze

Heute eine Ölskizze und Test des Malmittels Medium L. Da gibt es nicht viel zu schreiben, das Malmittel hat den Test bestanden. Es lässt sich ausgezeichnet verarbeiten, die Farbe wird etwas verdünnt und fließt sehr gut ab. Man braucht keinen Palettenstecker. Durch die gelartige Konsistenz kann man das Malmittel in kleinen Portiönchen gleich auf die Palette geben.

Feldstaffelei Setup

Auf seinem Youtubekanal hat der Maler Stefan Nützel ein Review über Ölfarben eingestellt. Das brachte mich auf die Idee auch einmal verschiedene Hersteller auszuprobieren. Normalerweise male ich mit Lukas 1862 oder Norma von Schmincke. Ein paar Tuben von den Rubens Ölfarben lungern auch noch in der Malkiste herum.

Rubens Ölfarben kamen aus Nerchau und waren die DDR Marke. Soviel ich weiß, war das zuletzt die einzige Ölfarbenmarke der DDR. Die Künstlerfarbenfabrik Neisch&Co. aus Dresden, die es früher auch noch in der DDR gab, wurde von Nerchau 1970 übernommen. Nerchau selbst gehörte ab 1970 zum VEB Kali-Chemie Berlin. Nach der Wende wurde ein großer Teil der Produktion stillgelegt und die Künstlerfarbensparte ging an die Firma Lukas. Lukas Nerchau Farben selbst ging 2013 an das britische Unternehmen Daler-Rowney, die wiederum 2016 von der italienischen F.I.L.A. Group gekauft wurden.

Doch zurück zum Setup der Feldstaffelei. Ich hatte mir also Lichten Ocker verschiedener High End Marken bestellt. Erdfarben sind nicht so exorbitant teuer wie die Kobalt- und Kadmiumfarben. Der Ocker von Schmincke der Marke Mussini wandert nun als erste teure Farbe in die Outdoor Ausrüstung.
Dazu kommen ein paar Pinsel bis Größe 12 und ein paar Lappen. Als Malmittel werde ich das erste Mal das Medium L von Schmincke testen. Dieses gelartige Malmittel soll stark trocknungsbeschleunigend wirken und Glanz und Transparenz erhöhen. Mal sehen, wie es sich beim Plein Air bewährt.

Früher hatte ich das Medium 5 von Lukas in Gebrauch, doch auf Grund der neuen Chemikalienverordnung gibt es die Medien 4 und 5 in Deutschland kaum noch zu kaufen. Komisch, in den Nachbarländern werden diese Malmittel noch ganz normal im Künstlerfachhandel angeboten.

Schloßwiese bei Vollmond

Schloßwiese bei Vollmond 40 x 50 Öl auf Leinwand

Auf der Schloßwiese soll vor fast 1000 Jahren ein Apfelbaum gestanden haben, unter dem eine klare Quelle entsprang. Bertha, die Tochter des Grafen Wiprecht von Groitzsch, spazierte an einem heißen Sommertag zum Born, um sich an einem kühlen Trunk zu laben. Als sie sich über das Wasser beugte, sah sie darin die Gestalt des Grafen Dedo von Wettin und, man glaubt es kaum, dieser hielt kurz danach um ihre Hand an und sie heirateten. Nach einigen Jahren zog Dedo als Pilger in das Heilige Land. Fürderhin saß Bertha oft traurig an der Quelle. Eines Abends hörte sie ein Pferdegetrappel und erspähte Dedo, der von seiner Reise zurückkam. Er war alt, siech und müde geworden. Möglich, dass er so aussah, wie der heimkehrende Ritter auf dem Bild von Carl Friedrich Lessing.

Heimkehrender Kreuzritter Carl Friedrich Lessing (1808–1880)

Ich denke, er sah erbärmlicher aus. Der Kreuzritter hier ist ja nur müde und alt, Dedo war auf seiner Rückreise zudem erkrankt.
Bertha schöpfte ihm sogleich etwas Wasser und reichte den Kelch zur Erfrischung, doch Dedo war zu schwach um davon zu trinken. Er nahm das Trinkgefäß mit gebrechlicher Hand entgegen, dann sank er zu Boden und verstarb.
Jedes Mal, wenn ich über die Schloßwiese gehe, halte ich Ausschau nach der Quelle unter dem Apfelbaum. Vielleicht kommen Bertha und Dedo vorbeigeschlendert. Aber nein, es ist nichts von alldem zu entdecken. Trotzdem ist es ein romantisches Fleckchen, vor allem, wenn der Vollmond durch die Wolken scheint.

Zum Stadtfest in Triptis haben wir unsere kleine Fenstergalerie geputzt und aktualisiert. Schaun wir mal, ob der eine oder andere Spaziergänger stehen bleibt und sich an der Kunst ergötzt.

Akt

Ich räume in der Werkstatt auf und sondere unnütz gewordene Sachen aus. Neben Kartons stehen alte Zeichenmappen und bemalte Leinwände. Darunter eine Handvoll Akte. Ich hatte ja irgendwann früher auch einmal eine kleine Ausbildung in Bildender Kunst genossen. Ein Modul dieser Ausbildung hieß Naturstudium, was bedeutete Akt, Akt und nochmals Akt plus strenger Korrektur durch den Dozenten. Üblicherweise wurde mit verschiedenen Materialien auf großen, teilweise farbig grundierten Blättern gezeichnet. Verschiedene Graphitstifte, Kohle, Kreide usw. Die Bilder sind Ableitungen von diesen Blättern, die ich nach den Unterrichtseinheiten zu Hause anfertigte.

Akt im Kontrapost
Akt im Kontrapost Ohne Datum 70 x 50 Öl auf Papier

In der Volkskunstschule Oederan wurde Aktzeichnen vor dem Modell angeboten. Dieses Angebot einige Jahre zu nutzen, war für mich von großem Nutzen, um das Gelernte weiter zu festigen. Aus dieser Zeit stammt das Bild mit dem sitzenden Akt.

Sitzende
Sitzende, 61 x 50, Öl/LW, 2012

Blühender Kirschbaum

Hinaus in die Natur ihr Malerinnen und Maler, die Kirschblüte hat begonnen. Da habe ich mich auch einmal am Frühling versucht. Mit einer Ölstudie eines blühenden Kirschbaums auf Papier.

Blühender  Kirschbaum
Blühender Kirschbaum