Ölskizze mit Medium L

Ölskizze

Heute eine Ölskizze und Test des Malmittels Medium L. Da gibt es nicht viel zu schreiben, das Malmittel hat den Test bestanden. Es lässt sich ausgezeichnet verarbeiten, die Farbe wird etwas verdünnt und fließt sehr gut ab. Man braucht keinen Palettenstecker. Durch die gelartige Konsistenz kann man das Malmittel in kleinen Portiönchen gleich auf die Palette geben.

Feldstaffelei Setup

Auf seinem Youtubekanal hat der Maler Stefan Nützel ein Review über Ölfarben eingestellt. Das brachte mich auf die Idee auch einmal verschiedene Hersteller auszuprobieren. Normalerweise male ich mit Lukas 1862 oder Norma von Schmincke. Ein paar Tuben von den Rubens Ölfarben lungern auch noch in der Malkiste herum.

Rubens Ölfarben kamen aus Nerchau und waren die DDR Marke. Soviel ich weiß, war das zuletzt die einzige Ölfarbenmarke der DDR. Die Künstlerfarbenfabrik Neisch&Co. aus Dresden, die es früher auch noch in der DDR gab, wurde von Nerchau 1970 übernommen. Nerchau selbst gehörte ab 1970 zum VEB Kali-Chemie Berlin. Nach der Wende wurde ein großer Teil der Produktion stillgelegt und die Künstlerfarbensparte ging an die Firma Lukas. Lukas Nerchau Farben selbst ging 2013 an das britische Unternehmen Daler-Rowney, die wiederum 2016 von der italienischen F.I.L.A. Group gekauft wurden.

Doch zurück zum Setup der Feldstaffelei. Ich hatte mir also Lichten Ocker verschiedener High End Marken bestellt. Erdfarben sind nicht so exorbitant teuer wie die Kobalt- und Kadmiumfarben. Der Ocker von Schmincke der Marke Mussini wandert nun als erste teure Farbe in die Outdoor Ausrüstung.
Dazu kommen ein paar Pinsel bis Größe 12 und ein paar Lappen. Als Malmittel werde ich das erste Mal das Medium L von Schmincke testen. Dieses gelartige Malmittel soll stark trocknungsbeschleunigend wirken und Glanz und Transparenz erhöhen. Mal sehen, wie es sich beim Plein Air bewährt.

Früher hatte ich das Medium 5 von Lukas in Gebrauch, doch auf Grund der neuen Chemikalienverordnung gibt es die Medien 4 und 5 in Deutschland kaum noch zu kaufen. Komisch, in den Nachbarländern werden diese Malmittel noch ganz normal im Künstlerfachhandel angeboten.

Zwickau Hauptmarkt – Aufbau einer Malerei

Mit dem Ölfarbensystem kann man auf vielen verschiedenen Wegen seine Gestaltungsabsichten umsetzen. Eine Vorgehensweise möchte ich beschreiben. Aktuell arbeite ich an einem Bild, auf dem der Auftraggeber das Zwickauer Gewandhaus und das Rathaus, welche sich auf dem Zwickauer Hauptmarkt befinden, dargestellt haben möchte. Dafür versorgte er mich mit selbst geschossenen Fotos und erklärt mir an Hand dieser, wie er sich das fertige Bild ungefähr vorstellt. Im Grunde sagte er mir nur, welche Gebäude auf das Gemälde sollen, in allen anderen Dingen habe ich freie Hand. Soweit so gut, doch wie gehe ich diese Aufgabe an?
Um mich in das Motiv einzuarbeiten, fertigte ich eine Studie des Gewandhauses in Öl an. Die kann man hier im Blog sehen. Dann ermittelte ich mit Hilfe von kleinen Skizzen die Motivausdehnungen, es ergab sich ein Verhältnis Höhe zu Breite von 8:15.

Motiv Umrechnungen
Motiv Umrechnungen

Das Motiv soll aber nicht formatfüllend eingesetzt werden. Rechts und links verleihen Anschnitte der Nachbargebäude dem Motiv Stabilität, außerdem soll nach unten hin Platz sein, um auf die Marktsituation hinzuweisen. Auf Grund dieser Randbedingungen und der Motivausdehnung wählte ich ein Format Höhe zu Breite von 30cm : 60cm. Der Auftraggeber wollte das Bild ursprünglich kleiner, ich konnte ihn jedoch von diesem Format überzeugen.
Zur Anwendung kommt ein normaler mit Leinwand bespannter Studio-Keilrahmen der Firma Gerstäcker. Den Keilrahmen versah ich mit einer Grundierung stark verdünnter Umbra natur, um das Weiß zu brechen. Man kann auch Imprimitur dazu sagen.

Entwurf
Entwurf


Auf einem großen Bogen Zeichenkarton fertigte ich mit englischer Zeichenkohle einen Entwurf im Maßstab 1:1 an. Die Konturen des Motivs durchlöcherte ich mit einer Nadel. Diese Perforation auf der Rückseite der Zeichnung, zog ich mit Zeichenkohle nach. Dann legte ich den Entwurf auf die Leinwand und drückte die Kontur, wieder mit Zeichenkohle, durch.

Durchzeichnung
Durchzeichnung – Rückseite des Entwurfs mit Perforation

So hatte ich das Motiv in ganz groben Zügen auf meiner Leinwand platziert. Alle Maße des Motivs rechnete ich auf die Ausdehnung auf der Leinwand um. Siehe auch oben das Bild mit der Skizze zur Motivausdehnung.

Beginn der Unterzeichnung
Beginn der Unterzeichnung

An Hand dieser Notizen und Anhaltspunkte fertigte ich die Unterzeichnung mit relativ großem Detaillierungsgrad mit Rötel an. Dann wurde die Unterzeichnung mit Universalfixativ leicht fixiert.

Unterzeichnung mit Rötel
Unterzeichnung mit Rötel


Für die Untermalung habe ich mir ein mageres Malmittel hergestellt. Es besteht aus 20% Leinöl, 60% selbstangesetzten Dammarfirnis im Verhältnis 1:7 und 20% doppelt rektifiziertes Terpentinöl. Als Farben für die Untermalung kommen Zinkweiß, lichter Ocker und Umbra gebrannt von Lukas, und Englischrot und Ultramarinblau von Dayler Rowney auf die Palette.

Palette der Untermalung
Palette der Untermalung

Zunächst wurde ein Pinsel der Firma da Vinci eingesetzt, ein Black Sable flach der Größe 4. Für die Untermalung, selbst für Übermalungen, ist die Qualität dieser Farben völlig ausreichend.

Beginn der Untermalung
Beginn der Untermalung

Besonders gerne arbeite ich mit den Lukas Farben Sorte 1862, weil die ziemlich schnell trocknen.
Dann, zum Anlegen der größeren Flächen, gesellte sich ein Borstpinsel Größe 12 hinzu.

Fortgeschrittene Untermalung
Fortgeschrittene Untermalung

Mischtechnik

Wenn der Begriff Mischtechnik fällt, muss nicht immer und unbedingt Max Doerners verharzter Mythos gemeint sein. Über den Mythos und dass die alten Meister ohne Harze auskamen, kann man hier lesen → Mythos. Die Untersuchungen des Genter Altars und innerhalb des Rembrandt Research Projektes haben das bestätigt.
Bei Wikipedia steht immer noch geschrieben, dass die Mischtechnik eine Maltechnik der Ölmalerei sei und das die Alten ihre Farbwirkungen mit Harzen erzielten. Besser gefällt mir persönlich die Definition, die man hier lesen kann → kunst-malerei-info.
Dort steht, Die verschiedenen Zeichenmaterialien kann man ebenso untereinander wie mit Malfarben kombinieren. Diese Kombination der verschiedenen Techniken bezeichnet man als Mischtechnik.
Das Bauernhaus ist in einer solchen Mischtechnik gemalt worden. Über eine Aufzeichnung mit blauem Aquarellstift wurde das Bild mit Aquarellfarbe fertig gemalt. Das Ergebnis hatte mir nicht gefallen, deshalb wollte ich das Bild eigentlich verwerfen und zur Übung mit Ölpastellen korrigieren. Diese Überarbeitung hatte mir dann so gefallen, dass ich das Bild nun doch als brauchbar ansah. Mit Gouache habe ich letztlich noch eine ruhende Kuh auf die Wiese gesetzt.
Die Mischtechnik hier ist also Gouache und Ölpastell über Aquarell.

Bauernhaus
Bauernhaus
24 x 32 MixedMedia auf Papier

New Canvas

Überraschung! Eine neue Leinwand steht auf der Staffelei. Die Frage ist, was könnte man malen? Vielleicht den Eingang zu einem alten Bergwerk? So eins in denen früher die Venetianer zugange waren. Von denen sich der Mythos der Zwerge ableitet? Im Internet habe ich gelesen, dass es im Sauerland einen Venetianerstollen gibt. Ich habe gleich mal bissel nach diesen Vorlagen herumskizziert. Na, mal sehen.

Venetianerstollen
Venetianerstollen

Für die Leinwand habe ich Baumwolltuch genommen, Maltuch Wassily ungrundiert. Das hat ein Gewicht von 280 g/m². Es müsste also korrekterweise heißen, eine neue Baumwolle steht auf der Staffelei, das klingt jedoch komisch. Das Tuch habe ich auf den Keilrahmen getackert und zweimal mit Hasenleim vorgeleimt. Der Leimansatz hat ein Mischungsverhältnis von 80g auf 1l Wasser. Dieser Ansatz wurde rund drei Stunden quellen gelassen, dann im Leimtopf auf ungefähr 60°C erwärmt. Nach dem Quellen, als es schon auf Arbeitstemperatur war, habe ich 8g Alaun hinzugefügt, damit die Leimung wasserfest wird. Der Alaun darf erst nach dem Quellen dazugegeben werden, sonst quellt nix. Nachdem die Leimung trocken war, habe ich 0,2l des warm gehaltenen Leimwassers mit 100g Lithopone und 100g Kreide verrührt. Das ergibt einen Kreidegrund. Mit diesem Kreidegrund wurde die Leinwand, bzw. Baumwolle, drei mal grundiert. Als das dann wiederum trocken war, mit feinem Schleifpapier glattgeschliffen und als Isolierung des Kreidegrundes, und gleichzeitige Imprimitur, wurde eine Kaseintempera mit grünlicher Umbra Natur aufgepinselt.
So, nun weiß ich immer noch nicht, was ich auf die Baumwolle malen könnte.

Zwerg
Zwerg

Sebastian II

Heute Vormittag war Zeit an der Studie weiterzuarbeiten. Ich habe den Körper der Figur überarbeitet und das Tuch angelegt. Die Rinde des Baumes hat auch eine erste Strukturierung bekommen. Meine Palette für diese Studie trägt die Farben Zitronengelb, gelber Ocker, Irgazienrot, Krapplack, Titan-Zinkweiß, gebrannte Sienna, Ultramarinblau und Coelinblau.

Palette
Palette

Ach und für die Grüns und die Abstimmung des Inkarnats der Figur kam schließlich noch französische grüne Erde dazu. An der Tube ist zu erkennen, dass ich mir diese Farbe, so wie den Ocker auch, selbst herstelle.

Grüne Erde
Grüne Erde

St. Sebastian Studie
St. Sebastian Studie

Das flexible Skizzenbuch

Skizzenbücher und Skizzenblöcke sind in vielerlei Ausführungen und Formaten im Künstlerbedarf erhältlich. Eigentlich bleiben für den Zeichner keine Wünsche offen. Für unterwegs eignen sich sehr gut die Skizzenblöcke in Spiralbindung. Ob Quer- oder Hochformat entscheiden der Geschmack und das jeweilige Vorhaben. Zum Beispiel, ob Landschaften skizziert werden sollen oder das Zeichnen von Porträts ansteht. Der Vorteil der Spiralbindung ist, dass man die Seiten, auf denen schon gezeichnet wurde, ganz umklappen kann, sodass der Block oder das Buch beim Skizzieren, und vor allem im Stehen, ziemlich bequem in der Hand gehalten werden kann. Bei Skizzenbüchern mit Fadenbindung geht das nicht so einfach. Dafür kann man hier viel besser über zwei Seiten zeichnen, hat also, wenn man es benötigt, schnell und einfach eine Formatverdopplung zur Hand.
Ich habe mir, trotz dass es alles zum Zeichnen Notwendige gibt, selbst ein Skizzenbuch gebastelt. Ein Skizzenbuch für lose Blätter. Der Grund ist ganz einfach. Ich kaufe gerne Zeichenpapier als Bogenware in größeren Packungen.

Für die Herstellung meines Skizzenbuches brauche ich eine Hartfaserplatte, eine Mappe aus Pappe, eine kleine Flasche Kaltleim und eine Klammer.

Die Größe der Mappe sollte dem Format entsprechen, in dem man später arbeiten will. Ich habe eine Mappe aus Graupappe im Format 26cm x 33cm genommen. Damit kann ich in A5, A4 und 24 x 32 arbeiten. Die Hartfaserplatte in der Stärke von 3mm habe ich mir im Baumarkt auf die 26cm x 33cm zuschneiden lassen und mit Hilfe des Kaltleims auf die Seite der Mappe geklebt, um deren Ecken die Gummis geschnippt werden.

Achtung, vor dem Kleben die Gummis abmachen, sonst geht die Mappe nicht mehr auf. Das flexible Skizzenbuch ist nun fertig und kann mit den Papierbögen befüllt werden. Die Klammer noch aufgesteckt, für windige Tage, und auf geht’s.

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