Feldweg

Sobald das Gras auf den Weiden nicht mehr saftgrün, vielmehr gelbbraun ausschaut, weiß man, dass Hochsommer ist. Auf den Feldwegen staubt es, wenn nicht ein nächtliches Gewitter für kurze Abkühlung und Feuchte sorgte. Man soll eine gewisse heitere Gelassenheit erlangen, lässt man sich auf dem Spaziergang auf Feldwege ein. Hier auf diesem Feldweg hütet ein Landarbeiter zwei Kühe. Das ist nach heutigen Maßstäben sehr ineffizient. Aber es hat auch große Vorteile. Der Hirte hat nicht viel zu tun. Er kann den Sommertag genießen und den Flug der Wolken beobachten. Vielleicht erreicht er in der Natur, fern von technischen Machenschaften, vielleicht nur für kurze Augenblicke, aber immerhin, diesen Zustand, den man auch Ataraxie nennt. Affektlose, unerschütterliche Seelenruhe. Vielleicht aber macht er auch nur ein Nickerchen, was der Gesundheit und der geistigen Ausgeglichenheit sehr förderlich sein soll. Wie dem auch sei, am Abend wird er seine zwei Kühe nach Hause treiben und somit sein Tagewerk vollenden. Ach so, das Getreide am Weg hat sehr lange Halme. Auch sehr ineffizient. Heutzutage werden vorwiegend Getreide mit kurz gezüchteten Halmen angebaut. Diese Arten machen nicht so viel Abfall. Es scheint so, dass das Ineffiziente und das Idyllische das Natürliche sind. Tja, Ineffizienz und Idyll rechnen sich nicht. Schade eigentlich. Denn so verdrängen overall equipment efficiency und der durchoptimierte Lebensraum die Natürlichkeit.

Feldweg 24 x 33 Öl auf Leinwand

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