Kobalt

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht, …

Dieses Lied singt die kleine Mignon in Goethes Wilhelm Meister eben diesem Wilhelm vor und fragt, nachdem die Zither ausgeklungen ist, nach: „Kennst du das Land?“ „Es muss wohl Italien gemeint sein“, antwortet Wilhelm. Der blaue Himmel Italiens und die römischen Ruinen der Campagna lockten im 18. und 19. Jahrhundert viele bildungsbeflissene Bürger und Maler. Ludwig Richter beschreibt sein Italienabenteuer in seinen Lebenserinnerungen eines deutschen Malers und Goethes Italienische Reise ist allbekannt. Für solche südlichen Himmel, von denen sanfte Winde wehen, habe ich kürzlich zwei blaue Pigmente besorgt und erprobt. Im linken Glas befindet sich Kobalt-Cölinblau und das rechte Glas enthält Kobaltblau türkis hell. Flugs zwei kleine Häufchen mit Öl angespachtelt und zwei Himmelstudien mit bissel Landschaft drumherum skizziert.

Landschaftsskizze mit Kobaltcoelinblau
Landschaftsskizze mit Kobalttürkis hell

Das Ergebnis erfreut, obgleich Kobalt nicht billig ist. Nun, dann sei es so, der Himmel ist mir teuer.

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