Plein Air und Felsenstudie

Manche sagen ja, dass man vor der Natur entstandene Arbeiten zu Hause in der Werkstatt nicht mehr bearbeiten soll, aber da es in der Kunst nur die Regel gibt, dass es keine Regel gibt, verfahre ich diesbezüglich anders. Die obengenannte Forderung ist natürlich berechtigt, wenn die künstlerische Absicht ist, den Natureindruck möglichst unverfälscht wiederzugeben. Ein Finish in der Werkstatt wäre dem abträglich, weil man aus der Erinnerung heraus arbeiten müsste. In die Erinnerung schleichen sich aber immer Erlebtes und Gewusstes ein und verschleifen quasi den ursprünglichen Natureindruck.

Gehöft bei Burkersdorf 30 x 40 Öl auf LW

Da ich ein ewig lernender Autodidakt bin, ist meine Absicht, zurzeit jedenfalls, eine andere. Ich möchte ein einigermaßen akzeptables Bild herstellen. Deshalb nehme ich meine vor Ort entstandenen, immer unvollkommenen, Arbeiten als Basis für die Weiterentwicklung des Bildes und überarbeite in der Werkstatt. So ganz alleine bin ich mit dieser Methode nicht unterwegs. Vom heutzutage verpönten Maler Bernhardt Heisig wird erzählt, dass er Bilder heimlich im Museum übermalte, wenn er an einer Stelle Verbesserungsbedarf sah. Der Tagesspiegel schrieb 2004 dazu:

… Wenn das Bild, das er gerade anders malen will, im Museum hängt – Pech fürs Museum. Gudrun, lenk mal die Aufsicht ab!, hatte er vor vielen Jahren zu seiner Frau, der Malerin Gudrun Brüne, gesagt. Er zog Farben und Pinsel aus der Tasche und korrigierte seelenruhig sein Pariser-Commune-Bild im Leipziger Museum. Ein Gesichtsausdruck war falsch. Das Museum fiel nachher in Ohnmacht. Die Geschichte übermalt doch auch immerzu, warum soll er das nicht dürfen?…

Gestern Nachmittag war noch eine Felsenstudie nach einer Studie des lang vergessenen Malers Johann-Gottfried Steffan entstanden. Siehe das Beitragsbild ganz oben. Eine Studie nach einer Studie, was es nicht so alles gibt. Steffan konnte das natürlich viel besser, aber mit meiner Interpretation bin ich zufrieden.

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