Schloßwiese bei Vollmond

Schloßwiese bei Vollmond 40 x 50 Öl auf Leinwand

Auf der Schloßwiese soll vor fast 1000 Jahren ein Apfelbaum gestanden haben, unter dem eine klare Quelle entsprang. Bertha, die Tochter des Grafen Wiprecht von Groitzsch, spazierte an einem heißen Sommertag zum Born, um sich an einem kühlen Trunk zu laben. Als sie sich über das Wasser beugte, sah sie darin die Gestalt des Grafen Dedo von Wettin und, man glaubt es kaum, dieser hielt kurz danach um ihre Hand an und sie heirateten. Nach einigen Jahren zog Dedo als Pilger in das Heilige Land. Fürderhin saß Bertha oft traurig an der Quelle. Eines Abends hörte sie ein Pferdegetrappel und erspähte Dedo, der von seiner Reise zurückkam. Er war alt, siech und müde geworden. Möglich, dass er so aussah, wie der heimkehrende Ritter auf dem Bild von Carl Friedrich Lessing.

Heimkehrender Kreuzritter Carl Friedrich Lessing (1808–1880)

Ich denke, er sah erbärmlicher aus. Der Kreuzritter hier ist ja nur müde und alt, Dedo war auf seiner Rückreise zudem erkrankt.
Bertha schöpfte ihm sogleich etwas Wasser und reichte den Kelch zur Erfrischung, doch Dedo war zu schwach um davon zu trinken. Er nahm das Trinkgefäß mit gebrechlicher Hand entgegen, dann sank er zu Boden und verstarb.
Jedes Mal, wenn ich über die Schloßwiese gehe, halte ich Ausschau nach der Quelle unter dem Apfelbaum. Vielleicht kommen Bertha und Dedo vorbeigeschlendert. Aber nein, es ist nichts von alldem zu entdecken. Trotzdem ist es ein romantisches Fleckchen, vor allem, wenn der Vollmond durch die Wolken scheint.

Zum Stadtfest in Triptis haben wir unsere kleine Fenstergalerie geputzt und aktualisiert. Schaun wir mal, ob der eine oder andere Spaziergänger stehen bleibt und sich an der Kunst ergötzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.