Aus meinem Skizzenblock

Gestern, bei dem durchblättern Thüringer Landschaftsfotos, lag der Skizzenblock griffbereit daneben. Ich skizzierte eine Baumgruppe und eine Ansicht der Nikolaikirche in Eisenach. Beim Zeichnen verwandelte sich die Baumgruppe in einen Baum, der vor einem fernen Wald postiert. Ja, und schließlich gesellte sich noch ein Reh dazu.

Baum und Reh
Baum und Reh


Nachdem die Kirche gezeichnet war, tauchte das Foto eines kleinen Hofes mit Hühnern auf. Neben dem Turm war ja noch Platz auf dem Skizzenblatt. So ist es gekommen, dass in Eisenach ein Huhn am Kirchturm vorbeifliegt. Na ja, so ganz stimmt das nicht. Das Huhn fliegt ja nicht, es steht mit beiden Beinen mitten im Leben, oder besser im Hof. Ich habe ihm einen Schatten zwischen die Füße gegeben, damit das besser sichtbar ist. Das Huhn schreitet also neben dem Kirchturm über seinen Schatten und trägt dadurch dazu bei, die Ressource Skizzenblock effektiv auszunutzen.

Nikolaikirche
Nikolaikirche


Bei dem Einscannen und Bearbeiten der Skizzen für den Blog bemerke ich gerade, dass hinter dem fernen Wald, auf dem Blatt mit dem Baum und dem Reh, die Nikolaikirche wie eine Fata Morgana aufsteigt. Das ist ja fast wie bei Caspar David Friedrichs Erscheinungen von Kreuzen und Kirchen.


Caspar David Friedrich Winterlandschaft mit Kirche
Caspar David Friedrich Winterlandschaft mit Kirche
CDF Vision der christlichen Kirche
Caspar David Friedrich Vision der christlichen Kirche
CDF Kreuz im Walde
Caspar David Friedrich Kreuz im Walde

Der Zeichner unter den drei Eichen

Das Zeichnen und Malen in der Natur ist doch immer wieder eine willkommene Abwechslung zum Atelieralltag. Die Impressionen, die den Malort im Freien auszeichnen, prägen sich recht tief in das Gedächtnis ein. Schaut man später, zu Hause, die Skizzen und Studien durch, erinnert man sich ziemlich genau an die Stimmung vor Ort, an die Lichtverhältnisse, die Geräusche und Gerüche, an die lästige Wespe, die nicht weichen wollte und sich selbst durch heftiges Wedeln mit dem Skizzenblock nicht vertreiben ließ.

Der Zeichner unter den drei Eichen
Der Zeichner unter den drei Eichen

Eine Schwierigkeit, die sich immer wieder beim Plein Air aufzeigt, und vor allem für Anfänger eine Hürde darstellt, ist die Auswahl eines geeigneten Ausschnittes. Erscheint uns die umgebenden Natur doch schier unendlich. Man kann nicht alles malen, was da ausgebreitet vor uns liegt. Es muss auch nicht alles gemalt werden. Wenn mich die Fülle der vor mir ausgebreiteten Landschaft quasi erschlägt, suche ich mir eine Einzelheit aus, einen Baum, eine Buschgruppe, eine Wegbiegung und versuche diese, nachdem ich die Horizontlinie festgelegt habe, auf dem Blatt formatfüllend beziehungsweise das Format aufspannend zu platzieren.
Die Vorlage für den Zeichner unter den drei Eichen waren die Skizze und die Erinnerung an den vor kurzem erfolgten Studiengang in den Eichenhain.

ps. Ich kann jetzt auch Initialbuchstaben. 🙂

Skizze

Frühlingshaftes Wetter ringsum. Nur das Grün der Bäume fehlt. Das hat aber auch sein Gutes. Ohne Laub kann man die Anatomie der Bäume und Sträucher sehr gut studieren. Geht man um den Triptiser Stausee, findet man sich plötzlich in einem kleinen Eichenhain wieder. Dort saß ich auf einem Stumpf und zeichnete die Eiche. Um die Skizze etwas zu beleben, kam noch ein Reiher dazu. Der war aber nicht vor Ort, der ist eine reine Erfindung meinerseits.
Den Nachmittag nutzte ich heute um im Garten fünf Bildträger vorzuleimen und zu grundieren. Im Freien macht sich das gut, weil die Aufträge rasch trocknen und man zügig vorankommt.

Eiche
Eiche

Römischer Torbogen

Entwurf eines einfachen römischen Torbogens für den Stadtpark in Triptis. Wäre es nicht ein Vergnügen für Flaneure, könnten sie auf dem Spaziergang im Park antike Bauwerke durchwandeln?

Torbogen
Torbogen

Nachtrag:

Nun ist nach dem Abendbrot noch eine kleine Skizze entstanden. Ein Mann in unmoderner Kleidung geht über den Hof der Burg Ranis.

Burghof Ranis
Burghof Ranis

Castello Santa Severa

Santa Severa ist ein Badeort der Römer. Er liegt nordwestlich von Rom am Mittelmeer. Die Burg dort wurde im 9. Jh. gebaut.
Für dieses Jahr habe ich mir mal ganz unverbindlich vorgenommen mehr zu skizzieren und zu zeichnen. Im Zeichnen muss ich sattelfester werden. Deshalb gibt es von nun an eher jeden Tag eine Zeichnung oder Skizze, als ein Bild. Aber Bilder kommen auch ab und zu in den Blog.

Am Castello Santa Severa
Am Castello Santa Severa

Engelsburg

Heute zum Frühstück den Street View von Google auf Rom gestellt und nach dem Genuß von Kaffee und Honigbrötchen eine schnelle Skizze der Engelsburg. Das ist ein schöner Start in den Tag für den Zeichner.

Castel Sant’Angelo
Castel Sant’Angelo

Ein gesundes neues Jahr

allen Bloglesern. Heute war mir das Wetter zu grau, um ins Feld zu ziehen. Über Google Street View habe ich das Otto Dix Haus in Gera Untermhaus gefunden und davon eine kleine Skizze angefertigt. Über die Feiertage habe ich mir viel von dem Urban Sketcher Jens Hübner angeschaut. Er schreibt oft neben seine Skizzen, um was es sich handelt. So habe ich das hier auch gemacht und finde es ganz hübsch. Die Idee mit dem Street View als Vorlage ist von Jutta Richter, die hier eine hervorragende Website zum Thema zeichnen betreibt: https://www.zeichnenonline.de

Skizze Otto Dix Haus
Skizze Otto Dix Haus

Otto Dix Haus
Blei- und Buntstift auf A5 Skizzenblock


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