Auslage

Auslage

Das Tagesbild heute habe ich schon vormittags begonnen zu malen. Die Auslage eines kleinen Bekleidungsgeschäftes in der Poststraße und vor allem die Puppe mit dem roten Stoffhut und dem goldenen Anorak vielen in das Auge und da war die Motiventscheidung rasch gefällt.
Morgen habe ich Termin beim Doc. Deshalb gibt es erst übermorgen wieder ein Tagesbild. Bis dann.

24cm x 32cm / Öl auf MDF Platte

Wenn Ihnen der Blog gefällt, können Sie ihn hier auch abonnieren.
Oder teilen Sie einfach den Beitrag:

Dunkle Wolken über dem Sportplatz

Tagesbild Dunkle Wolken über dem Sportplatz

Im Internet habe ich gesehen, vor einiger Zeit schon, dass es einige Maler gibt, die jeden Tag ein kleines Bild malen. Das nennt man Daily Painting und es kommt wohl hauptsächlich aus dem amerikanischen Raum. Da habe ich mir einfach gedacht, das machst du auch. Ich erhoffe mir davon eine stetige Verbesserung der Maltechnik nach dem Motto: Übung macht den Meister. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Aber Wochenende muss bei mir sein. 🙂

Das ist nun schon mein drittes Tagesbild. Immerhin! Über dem Sportplatz zieht schlechtes Wetter auf.

24cm x 32cm / Öl auf MDF Platte

Wenn Ihnen der Blog gefällt, können Sie ihn hier auch abonnieren.
Oder teilen Sie einfach den Beitrag:

Schlehen

Schlehen

Heute früh auf einem Parkplatz entdeckt: kahle Sträucher, an denen blaue Beeren hängen. Ich bin mir sicher, dass es Schlehen sind. Eine Nahrungsreserve für die Vögel im Winter.
Ein schönes Motiv für das heutige Tagesbild. Jetzt geht’s in das Wochenende. Den Lesern des Blogs ein schönes Wochenende.

32cm x 24cm / Öl auf MDF Platte

Wenn Ihnen der Blog gefällt, können Sie ihn hier auch abonnieren.
Oder teilen Sie einfach den Beitrag:

Verlassenes Haus

Triptis Verlassenes Haus

Mein heutiges Motiv ist ein altes leerstehendes Haus, heute früh beim Einkaufen fotografiert. Das ist in Triptis gleich vor dem Norma Markt. Früher hieß das An der  Wolfsschlucht, weil ganz früher in der Nähe eine Gaststätte stand. Die hieß Wolfsschlucht.

24cm x 32cm / Öl auf MDF Platte

Wenn Ihnen der Blog gefällt, können Sie ihn hier auch abonnieren.
Oder teilen Sie einfach den Beitrag:

 

Neue Leinwand

New Canvas

Überraschung! Eine neue Leinwand steht auf der Staffelei. Die Frage ist, was könnte man malen? Vielleicht den Eingang zu einem alten Bergwerk? So eins in denen früher die Venetianer zugange waren. Von denen sich der Mythos der Zwerge ableitet? Im Internet habe ich gelesen, dass es im Sauerland einen Venetianerstollen gibt. Ich habe gleich mal bissel nach diesen Vorlagen herumskizziert. Na, mal sehen.

Venetianerstollen

Venetianerstollen

Für die Leinwand habe ich Baumwolltuch genommen, Maltuch Wassily ungrundiert. Das hat ein Gewicht von 280 g/m². Es müsste also korrekterweise heißen, eine neue Baumwolle steht auf der Staffelei, das klingt jedoch komisch. Das Tuch habe ich auf den Keilrahmen getackert und zweimal mit Hasenleim vorgeleimt. Der Leimansatz hat ein Mischungsverhältnis von 80g auf 1l Wasser. Dieser Ansatz wurde rund drei Stunden quellen gelassen, dann im Leimtopf auf ungefähr 60°C erwärmt. Nach dem Quellen, als es schon auf Arbeitstemperatur war, habe ich 8g Alaun hinzugefügt, damit die Leimung wasserfest wird. Der Alaun darf erst nach dem Quellen dazugegeben werden, sonst quellt nix. Nachdem die Leimung trocken war, habe ich 0,2l des warm gehaltenen Leimwassers mit 100g Lithopone und 100g Kreide verrührt. Das ergibt einen Kreidegrund. Mit diesem Kreidegrund wurde die Leinwand, bzw. Baumwolle, drei mal grundiert. Als das dann wiederum trocken war, mit feinem Schleifpapier glattgeschliffen und als Isolierung des Kreidegrundes, und gleichzeitige Imprimitur, wurde eine Kaseintempera mit grünlicher Umbra Natur aufgepinselt.
So, nun weiß ich immer noch nicht, was ich auf die Baumwolle malen könnte.

Zwerg

Zwerg

St. Sebastian Studie

Sebastian II

Heute Vormittag war Zeit an der Studie weiterzuarbeiten. Ich habe den Körper der Figur überarbeitet und das Tuch angelegt. Die Rinde des Baumes hat auch eine erste Strukturierung bekommen. Meine Palette für diese Studie trägt die Farben Zitronengelb, gelber Ocker, Irgazienrot, Krapplack, Titan-Zinkweiß, gebrannte Sienna, Ultramarinblau und Coelinblau.

Palette

Palette

Ach und für die Grüns und die Abstimmung des Inkarnats der Figur kam schließlich noch französische grüne Erde dazu. An der Tube ist zu erkennen, dass ich mir diese Farbe, so wie den Ocker auch, selbst herstelle.

Grüne Erde

Grüne Erde

St. Sebastian Studie

St. Sebastian Studie

Atelier

Studie heiliger Sebastian

Das neue Studio ist nun halbwegs eingerichtet. Klein aber fein. Ab jetzt läuft das Experiment, Malen im kleinen Raum. Ich denke, dass Bilder bis 1,30 m möglich sind. Und im Sommer kann man immer draußen malen.

Aktuell ist aber eine kleine Studie auf Papier in Arbeit. Ich wollte schon immer mal einen heiligen Sebastian malen. Der Sebastian war ein römischer Offizier. Weil er sich zum Christentum bekannte, soll er von Kaiser Diokletian zum Tode verurteilt worden sein. Das Urteil vollstreckten Bogenschützen, weshalb er meistens von Pfeilen durchbohrt dargestellt wird. Ja dieser Kaiser hielt nicht viel von Religionsfreiheit.

Studie heiliger Sebastian

Studie heiliger Sebastian

Mein Sebastian soll an einem Baum gebunden im Wald die Vollstreckung des Urteils empfangen haben. Sebastian soll seine Hinrichtung jedoch überlebt haben. Auf dem grundierten Papier habe ich die Figur angelegt und den Waldhintergrund als Dunkelheit angedeutet. Alles mit stark verdünnter Ölfarbe, welche rasch anzog.

Landschaft mit Reiher

Landschaft mit Reiher
33 x 24 Öl/LW

Nun wird alles besser. Der alte Bleistift, völlig verbraucht und abgespitzt, musste abdanken. Aus dem Konvolut der Reservisten haben sich die Kandidaten auf das freigewordene Amt als Primärstift in Stellung gerollt. Wehe ihnen, wenn der Anspitzer die Zeichenbühne betritt. Doch sie werden sich, wie alle vor ihnen, den Kopf freiwillig an die Klinge setzen lassen, um die Holzhaut abzuschälen.
Im Gedächtnis sind Bilder des vergangenen Sommers noch lange gespeichert. Hänge und Wiesen, über denen eine warme Luft steht. Reiher, die regungslos auf den Abend warten. Das Klopfen und Hämmern der Wachstumsgesellschaft, der Lärm der Autostraßen, bleiben in der Erinnerung ausgeklammert.

Analoge Übungen

Wer sich mit Bildender Kunst beschäftigt, kommt nach dem Tod in den Mond. Dort wird er Caspar David Friedrich treffen und bestimmt auch den Weihnachtsmann, wenn dieser auf der Erde nicht mehr gebraucht wird. Aber warum sollten die sich im Arbeitsfeld Bildende Kunst Bemühenden in den Mond kommen? Zur Belohnung natürlich! Nach dem in Kürze zu erwartenden Siegeszug der Digitalisierung, fertigen künstlich intelligente 3-D Drucker die temporär benötigten Kunstgegenstände an. Es werden deshalb Belohnungssysteme vonnöten sein, um hominide Individuen zur Durchführung analoger Übungen zu überreden.

Landschaft mit Flaneuren 60 x 40 Öl auf Leinwand

Vertrotteln

Heute Mittag im TV Bundestag. Die Parlamentarier debattierten über ein sogenanntes Qualifizierungschancengesetz. Großer Konsens herrschte parteiübergreifend darüber, dass von nun an lebenslanges Lernen und lebenslange Weiterbildung für die Bevölkerung Usus wären und dafür Gelder bereitgestellt werden sollen. Das finde ich sehr gut. Für die Kohorten bis 50 jedenfalls. Ich habe mich ja auch mal an einer Fachschule weitergebildet. In jüngeren Jahren. Wenn ich mir die Hefte von damals anschaue, ich hatte ganz gut abgeschlossen, heute würde ich nicht mal mehr die Hälfte davon zustande bringen.
Ich empfinde, dass man ab 55 oder 60 auch geistig abzubauen beginnt. Weiterbildung ab 50 funktioniert nur, wenn sie auf einem Gebiet stattfindet, welches dem Lernenden von sich aus Begeisterung bereitet. Aller den Optimismus kultivierenden Personaltrainer zum Trotz. Kann aber auch sein, dass ich mit der Selbstdiagnose einer schleichenden geistigen Ermüdung, einem zahlenmäßig zu vernachlässigenden Ensemble angehöre. Oder, dass ich gar der Einzige bin, dessen kognitiver Leistungsgraph verdächtig in Richtung X-Achse abzudriften scheint? Ich hätte gerne das Recht verhandelt, im Alter vertrotteln zu dürfen. Die ergötzlichen Arbeitsfelder ausgenommen.

Mann im Dickicht
Studie, Öl auf Papier
A4

Waldweg

Waldweg Ölskizze auf Papier

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich das Bild so lasse. Es ist ja nur eine Studie auf Papier und nur von der Größe A4. Ich wollte einen Weg, der durch einen Wald führt malen. Eine Skizze vor Ort hatte ich schon vor längerer Zeit gemacht. Es gibt ein Buch über Landschaftsmalerei von Gottfried Bammes. Bammes war sozusagen der Papst der Künstleranatomie im Osten. Seine Anatomie, „Der nackte Mensch“, ist ein Standardwerk für Studierende und Dozenten. Mein langjähriger Dozent für Porträt und Akt, Volker Träger, hatte seine Ausbildung in Anatomie noch bei Bammes erhalten. Nebenbei war Bammes begeisterter Landschaftsmaler und hatte oben erwähntes Buch über Landschaftsmalerei verfasst. Ganz wissenschaftlich gibt es in Bammes‘ Buch Arbeitsanweisungen für Problemfelder und nicht Anleitungen für „Wie malt man…“. Ich übernehme mal diese Ausdrucksweise und habe demzufolge das Problemfeld Waldweg mittels einer Ölskizze auf Papier bearbeitet. Nach der Bearbeitung ergaben sich für mich zwei Fragen: 1. Soll der rechte vordere Baum auch einen Schlagschatten erhalten und 2. ist das Bild ohne Staffage zu leer? Da ich diese Fragen zurzeit nicht beantworten kann, berufe ich mich auf meine künstlerische Freiheit und lasse die Ölstudie möglicherweise unvollendet. Studien dürfen das.

Ein regnerischer Tag

Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub –
Trüber Tag und trübe Stunde –
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn‘ Ende
Schweben still die welken Hände.

Das ist aus dem Gedicht Regentag im Herbst von Heinrich Seidel.

Regnerischer Tag, 24 x 33, Öl/MDF Board

Na, so ganz Herbst ist es noch nicht. Aber man spürt schon das Schwinden des Sommers. Heute war ein regnerischer Tag. Doch die Sonne kam ab und zu zurück.

Mein Malkoffer

Weg im Park 24 x 33 Öl/MDF Board

…Sobald die warme Frühlingszeit kommt, eilt der fleißige Landschafter mit seinen Gerätschaften ausgerüstet ins Freie, um die herrliche Natur, die er im engen Raume verehrt, gepflegt, und vermöge seines Gedächtnisses nachzuahmen versucht hatte, wieder selbst zu schauen. … Farben! Malen! ist nun sein Wachen, sein Träumen. … Er zeichnet entweder bloß, oder bedient sich eines höchst einfachen Apparates zum Ölmalen; dieser besteht aus einem flachen Kästchen, die Breite groß Quart oder groß Oktav, nicht höher als zwei Zoll, allenfalls der äußeren Form nach einem Buche ähnlich. Auf den Boden dieses Kästchens lege man eine Palette, die gerade so groß ist, dass sie innen hineingelegt werden kann. … Innen an den Deckel befestige man durch kurze Stiftchen ein der Größe des Deckels nahekommendes viereckiges Stückchen mit Ölfarbe grundierte Leinwand, besser noch mit Leimwasser auf einer Seite bestrichenes starkes Papier, worauf die sozunennende „Spaziergangstudie“ gemalt wird…

Das ist aus dem Buch „Die Kunst der Malerei“ von Johann Wilhelm Völker aus dem Jahre 1852. Meine sozunennende Spaziergangstudie habe ich heute Vormittag im Park gemalt. Zwischen alten Bäumen schlängelt sich ein Weg quer durch die Anlage. Vielleicht begann er seine Karriere einst als Trampelpfad, bis er zum Weg befördert wurde. Einen ähnlichen Apparat, wie ihn Johann Wilhelm Völker in dem Buch beschrieb, habe ich mir vor ein paar Jahren aus einem Holzkoffer gebaut. Mein Apparat hat den Vorteil, dass unter der Palette noch genügend Stauraum für ein paar Pinsel, Farben, Läppchen und ein Fläschlein Terpentin ist und ich dies nicht, wie Völker schreibt, in die Rocktasche stecken muss.

Apparat für Spaziergangstudien

Aumaer Straße

An der Aumaischen Straße
Öl auf MDF Board 24 x33

Heute Mittag plein air an der Straße nach Auma. Das Bild ist genauso grundiert, wie heute früh das mit dem sitzenden Jüngling. Kaseintempera mit dem Pigment Umbra natur. Die Farbe ist so, wie sie aus der Tube kommt, verarbeitet. Kein Medium, nur hier und da ein Tropfen Terpentin. Es ist übrigens eines der beiden vorbereiteten MDF Boards aus dem Post Malgründe.

Sitzender Jüngling Ölskizze auf Papier

Sitzender Jüngling Ölskizze auf Papier A4

Bei diesem Bild habe ich mit Kaseintempera und Umbra den Malgrund, es ist hier nur ein geleimtes Papier, grundiert. Das hat sich sehr gut bewährt. Auf dieser Grundierung stehen sowohl helle, als auch dunkle Farben sehr gut und man kann die Wertigkeiten von Licht und Schatten wunderbar beurteilen. Auf jeden Falls besser, als auf einem rein weißen Grund. Dem Bild tut es keinen Abbruch, wenn es unfertig bleibt. Dort, unterhalb der Hände, kann man die Grundierung sehen.

Triptis Stadtkirche St. Marien und Marktplatz

Heute Morgen tauchte bei den Leseempfehlungen im FireFox Browser ein Spiegelartikel vom letzten Sonntag auf. Der Homo erectus starb aus, weil er zu faul war. Es ist erstaunlich, was die Wissenschaftler alles herausfinden können. Homo erectus der Urvater des Hedonismus. Schade, dass er ausgestorben ist. Vielleicht wäre uns der ausufernde Neoliberalismus erspart geblieben. Wie auch immer: Um nicht auszusterben, sagte ich mir sofort, sei nicht so faul und schreibe einen kleinen Blogartikel.

Triptis Markt

Die Stadtkirche und die alte Marktschule sind zusammen ein hübsches Motiv. Normalerweise steht auf dem Marktplatz von Triptis auch noch ein Brunnen. Je nach dem von wo aus man das Motiv aufnimmt, drängt er sich vor die Silhouette der Stadtkirche oder der Marktschule links daneben. Also habe ich den Brunnen in diesem Bild einfach weggelassen, wie die vielen Autos, die gewöhnlich dort stehen. Leider wird der Marktplatz als Parkfläche genutzt. Nun ist es eine große graue Fläche geworden, die sich vor der Kirche ausbreitet. Ein rein ästhetisches Element im Bild? Seit Kant wissen wir, dass das Geschmacksurteil der ästhetischen Wahrnehmung, ein interesseloses Wohlgefallen ist, welches sich vom zweckgerichteten Gefallen abhebt. Kant geht davon aus, dass alle Menschen in der Lage zu diesem interesselosen Wohlgefallen sind. Für Pierre Bourdieu hingegen sind nur die Menschen der Oberschicht zur reinen ästhetischen Wahrnehmung in der Lage, da sie aus ihren Kinderstuben die dafür nötige Bildung mitbringen. Diese Fähigkeit zum reinen, ästhetischen Blick nutzen sie als Distinktionswerkzeug, um sich von den unteren Schichten abzugrenzen. Pierre Bourdieu hat zu diesem Thema umfangreiche Feldstudien betrieben und Unmengen von Daten erhoben. Tatsächlich konnte er beweisen, dass das Genießen rein ästhetischer Kunstwerke ein Phänomen höhergestellter Klassen ist. Ein Marktplatz sollte keine rein ästhetische Einrichtung für Distinktionsbemühte sein. Deshalb hat die graue Fläche hier im Bild auch noch eine kleine Funktion bekommen: Als gepflasterter Platz, der den sein Fahrrad liebenden Fahrradfahrer zur Überquerung einlädt.

Abstrakt

No. 1

Ich wollte auch mal ein abstraktes Bild malen, aber irgendwie ist das nichts für mich. Es macht mir keinen Spaß. Dabei ist es nicht so, dass ich noch keinerlei Berührungspunkte mit abstrakter Malerei gehabt hätte. Damals im Jahreskurs Bildende Kunst wurde je ein viertel Jahr Gestaltungslehre, Malerei, Zeichnen und Aktstudium gegeben. Danach 3 Jahre im offenen Atelier Malerei unter der großen Überschrift Farbe und Form. Ausgangspunkt waren die Bilder Serge Poliakoffs. Poliakoff war ein russischer Maler, der aus einer wohlhabenden Familie in Moskau stammte. Er erhielt schon sehr zeitig Musik- und Zeichenunterricht. Nach der Revolution wurde die Lebenssituation der Poliakoffs, wahrscheinlich auf Grund ihrer Herkunft aus der Oberklasse, immer kritischer. Im Alter von 20 Jahren beschloss er, das Land zu verlassen, was ihm auf abenteuerlichen Wegen auch gelang. Er kam 1923 in Paris an, wo er bis zu seinem Lebensende 1969 blieb. Bilder von Serge Poliakoff kann man hier sehen.

Jetzt komme ich noch einmal auf das Thema Sein und Seiendes und das Entbergen aus dem vorigen Post zurück. Wenn ich nach der Natur male, was entberge ich da eigentlich? Entberge ich nichts, weil es das Abbild von etwas schon Vorhandenem ist, oder entberge ich doch etwas, da das Abbild durch subjektives Empfinden feine Änderungen erfährt? Außerdem erlebt das geschaute Stück Natur, welches als Malvorlage dient, ja noch die große Transformation vom dreidimensionalen Raum auf die zweidimensionale Tafel. Zusammen mit Rahmen, Leinwand und den millimeterkleinen Erhebungen der Farbspuren entsteht ein neuer, gemachter Gegenstand, der Bild heißt. Sozusagen ein Artefakt und also doch eine Entbergung? Denn dieser Gegenstand war vorher nicht da, auch wenn darauf ein realistisches Abbild einer Natursituation zu sehen ist. Ich bin versucht zu schlussfolgern, dass ein von Hand gemachter Gegenstand, ein Artefakt, etwas dem Nichts entborgenes ist, ein in Serie hergestellter, immer gleicher Gegenstand nicht. Obwohl, auch da gibt es Toleranzen. Absolut gleich sind Serienartikel wohl kaum. Übrigens sind gute Bilder gar nicht vor der Natur bis ins letzte Detail gemalt. Photo- und Hyperrealismus sind mir langweilig. Ein Dozent für Landschaftsmalerei empfiehlt, ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr auf die Malvorlage in der Natur zu schauen, vielmehr ihr den Rücken zuzudrehen und das Bild fertig zu malen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt bestimmt das Bild die Regeln und nicht die Vorlage.

Atelier ONH Öl/Pappe
2015 by Carl Weltwitz

Otto Niemeyer-Holstein, der auf Usedom lebte, sein Atelier kann man in Lüttenort besuchen, sagt sinngemäß in einem Film, den man dort anschauen kann, „Bis zum ersten Strich bin ich frei, danach bestimmt das Bild, was zu tun ist.“

Das Bild ganz oben heißt No.1 Ich vermute ganz stark, es wird auch bei dieser Nummer 1 bleiben. Na ja, man weiß nie, was das Leben noch bringen wird. Ansonsten gab es gestern an vielen Orten Gewitter und die ersehnte Abkühlung ist gekommen. Heute sitzt es sich ganz angenehm im Garten.

Hinter der Windmühle zieht ein Wetter auf
Ölskizze auf Papier
gestern by Carl Weltwitz

Kühe und Köpfe, Sein und Seiendes

Neulich war ich unterwegs, um Kühe zu zeichnen. Leider gibt es heutzutage nicht mehr so viele Rinderweiden, sodass ich eine ganze Weile suchen musste. In der Gegend von Linda und Knau in Thüringen wurde ich endlich fündig. Ein eingegrenztes Stück Wiese auf dem Kuh war. Kuh ist demzufolge das Sein dieser speziellen, von mir gesuchten Washeit… oder anders bezeichnet deren Wesen? So habe ich es jedenfalls bei Heidegger verstanden. Bei Wikipedia kann man nachlesen: „…Mit Sein bezeichnete Heidegger in Sein und Zeit grob gesagt den Verständnishorizont, auf dessen Grundlage einem innerweltlich Seiendes begegnet…“. Die existente Kuh Pauline, die mir freundlicherweise Modell stand, wäre das aktuell von mir wahrgenommene Seinde des Wesens (der Washeit, des Seins?) Kuh.

Kühe Skizzen

Was haben Kühe und Köpfe miteinander gemein? Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten Blick sind es sprachliche Begriffe für Sein oder Seiendes? Ich sage mal, für Sachen, die es gibt. Auf den dritten Blick sind beide, Kuh und Kopf, dem übenden Menschen als Modelle für das Zeichnen und Malen gerne disponibel. Die Vorlage für die Kopfstudie ist von einem unbekannten holländischen Meister. Es ist eigentlich einer der drei Heiligen Könige. Der mit dem Weihrauch. Die Studie habe ich auf grundiertes Papier gemalt. Wie ich Papier für die Ölmalerei grundiere, steht hier. Untermalt habe ich mit stark mit Terpentin verdünnter Ölfarbe: Zinkweis, Ocker, Sienna gebrannt, Krapplack und Ultramarinblau. Die Untermalung habe ich rund eine Stunde anziehen lassen. Wenn man vormittags untermalt, kann man ein Mittagsschläfchen für das Antrocknen der ersten Farbschicht nutzen. Für die Übermalung kamen als Farben noch hinzu: Zitronengelb, Irgazienrot und Umbra gebrannt.

Kopfstudie nach unbek. holl. Meister

p.s.
Da kommt mir ein Gedanke: Ein Nichts könnte ja auch ein Sein sein, welches noch nicht in die Wahrnehmung getreten ist. Ich hatte im Zusammenhang mit Heidegger mal was von entbergen gelesen. Was noch nicht entborgen ist, ist Nichts…oder besser, das Nichts verbirgt Sein. Daraus folgt, die beiden Skizzen waren Nichts, bis ich sie gezeichnet und gemalt hatte. Dadurch wurden sie aus dem Nichts zu Seienden des Seins Studie. Daraus folgt weiterhin, als Maler und Zeichner ist man auch Entberger. Ein ermutigender Gedanke.

Die Übermalung

Landschaftsstudie übermalt

Die Übermalung ist nun auch fertig und gefilmt. Hier geht’s zur Untermalung. Ich habe zum Filmen nur meine alte Digitalkamera von Olympus. Da ist nach 12 bis 13 Minuten der Speicher voll. Das heißt, ich musste andauernd unterbrechen und das Videoschnipsel auf den Rechner laden. Am Ende alles zusammenfügen und in ein Zeitraffervideo umwandeln. So richtig in den Flow bin ich dadurch beim Malen nicht gekommen, aber es ist schon interessant, sich die eigenen Malversuche am Ende noch einmal anzuschauen.

Das Bild ist nur 10 cm mal 15 cm groß und auf ein geteiltes A4 Blatt eines Ölmalblockes von Norma gemalt.

Für die Übermalung habe ich folgendes Material verwendet: Ölmalpapier, Grüne Erde, Umbra gebrannt, Ocker, Zitronengelb, Titanweis/Zinkweis 1:1, Irgazienorange, Sienna gebrannt, Krapplack, Ultramarinblau, Cölinblau, Malmittel aus Terpentin, Leinöl und Alkydharz

Was wäre noch so zu berichten? Heute Vormittag in Neustadt und ein altes Fachwerkhaus skizziert.  Ja, ich gebe zu, ich musste viel korrigieren. Ich könnte es ja auf die wiederkehrende Hitze schieben. Abkühlung täte not. 🙂

Alte Häuser in Neustadt
Bleistift A4
von Carl Weltwitz

Mein erstes Video

Ich habe mich mal mit einfachstem Equipment an der Herstellung eines Videos versucht. 🙂 Es zeigt die Untermalung einer kleinen Landschaftsstudie. Das hat derwegen Spaß gemacht. Mit Avidemux unter Linux kann man das auch ganz gut zurechtschneiden. Mal sehen, ob ich die Übermalung auch auf Film gebannt bekomme. :))
Hier kann man es anschauen.
https://youtu.be/WQHAg7XROUs

Windrad im Hochsommer

Kann Technik, die bis jetzt mit all ihren Nebenwirkungen den Planeten verwüstet, zu seiner Erhaltung beitragen? Am Ende des Weges durch die sommerlichen Felder steht eine Maschine zur Stromerzeugung. Grüne Energie. Doch wofür wird der Strom genutzt? Für die Produktion von Plastik, die irgendwann nach dem Gebrauch im Ozean schwimmt? Kann sein, kann aber auch sein, dass der Strom wichtige medizinische Geräte versorgt. Es lässt sich nicht prüfen.

Windrad im Hochsommer
Studie Öl auf Papier
A4

Malgründe

Es gibt ja die unterschiedlichsten Gründe, um ein Bild anzufangen. Sei es der Versuch, auch einmal ein Bild anzufertigen, weil man einem Maler zuschaute, sei es, weil man beim Aufräumen des Bodens die alten Buntstifte aus Kindertagen wieder hervorkramte, sei es, weil man in einer langweiligen Schulstunde oder Versammlung gedankenverloren herumzukritzeln beginnt. weiterlesen