Waldweg

Waldweg Ölskizze auf Papier

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich das Bild so lasse. Es ist ja nur eine Studie auf Papier und nur von der Größe A4. Ich wollte einen Weg, der durch einen Wald führt malen. Eine Skizze vor Ort hatte ich schon vor längerer Zeit gemacht. Es gibt ein Buch über Landschaftsmalerei von Gottfried Bammes. Bammes war sozusagen der Papst der Künstleranatomie im Osten. Seine Anatomie, „Der nackte Mensch“, ist ein Standardwerk für Studierende und Dozenten. Mein langjähriger Dozent für Porträt und Akt, Volker Träger, hatte seine Ausbildung in Anatomie noch bei Bammes erhalten. Nebenbei war Bammes begeisterter Landschaftsmaler und hatte oben erwähntes Buch über Landschaftsmalerei verfasst. Ganz wissenschaftlich gibt es in Bammes‘ Buch Arbeitsanweisungen für Problemfelder und nicht Anleitungen für „Wie malt man…“. Ich übernehme mal diese Ausdrucksweise und habe demzufolge das Problemfeld Waldweg mittels einer Ölskizze auf Papier bearbeitet. Nach der Bearbeitung ergaben sich für mich zwei Fragen: 1. Soll der rechte vordere Baum auch einen Schlagschatten erhalten und 2. ist das Bild ohne Staffage zu leer? Da ich diese Fragen zurzeit nicht beantworten kann, berufe ich mich auf meine künstlerische Freiheit und lasse die Ölstudie möglicherweise unvollendet. Studien dürfen das.

Ein regnerischer Tag

Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub –
Trüber Tag und trübe Stunde –
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn‘ Ende
Schweben still die welken Hände.

Das ist aus dem Gedicht Regentag im Herbst von Heinrich Seidel.

Regnerischer Tag, 24 x 33, Öl/MDF Board

Na, so ganz Herbst ist es noch nicht. Aber man spürt schon das Schwinden des Sommers. Heute war ein regnerischer Tag. Doch die Sonne kam ab und zu zurück.

Mein Malkoffer

Weg im Park 24 x 33 Öl/MDF Board

…Sobald die warme Frühlingszeit kommt, eilt der fleißige Landschafter mit seinen Gerätschaften ausgerüstet ins Freie, um die herrliche Natur, die er im engen Raume verehrt, gepflegt, und vermöge seines Gedächtnisses nachzuahmen versucht hatte, wieder selbst zu schauen. … Farben! Malen! ist nun sein Wachen, sein Träumen. … Er zeichnet entweder bloß, oder bedient sich eines höchst einfachen Apparates zum Ölmalen; dieser besteht aus einem flachen Kästchen, die Breite groß Quart oder groß Oktav, nicht höher als zwei Zoll, allenfalls der äußeren Form nach einem Buche ähnlich. Auf den Boden dieses Kästchens lege man eine Palette, die gerade so groß ist, dass sie innen hineingelegt werden kann. … Innen an den Deckel befestige man durch kurze Stiftchen ein der Größe des Deckels nahekommendes viereckiges Stückchen mit Ölfarbe grundierte Leinwand, besser noch mit Leimwasser auf einer Seite bestrichenes starkes Papier, worauf die sozunennende „Spaziergangstudie“ gemalt wird…

Das ist aus dem Buch „Die Kunst der Malerei“ von Johann Wilhelm Völker aus dem Jahre 1852. Meine sozunennende Spaziergangstudie habe ich heute Vormittag im Park gemalt. Zwischen alten Bäumen schlängelt sich ein Weg quer durch die Anlage. Vielleicht begann er seine Karriere einst als Trampelpfad, bis er zum Weg befördert wurde. Einen ähnlichen Apparat, wie ihn Johann Wilhelm Völker in dem Buch beschrieb, habe ich mir vor ein paar Jahren aus einem Holzkoffer gebaut. Mein Apparat hat den Vorteil, dass unter der Palette noch genügend Stauraum für ein paar Pinsel, Farben, Läppchen und ein Fläschlein Terpentin ist und ich dies nicht, wie Völker schreibt, in die Rocktasche stecken muss.

Apparat für Spaziergangstudien

Aumaer Straße

An der Aumaischen Straße
Öl auf MDF Board 24 x33

Heute Mittag plein air an der Straße nach Auma. Das Bild ist genauso grundiert, wie heute früh das mit dem sitzenden Jüngling. Kaseintempera mit dem Pigment Umbra natur. Die Farbe ist so, wie sie aus der Tube kommt, verarbeitet. Kein Medium, nur hier und da ein Tropfen Terpentin. Es ist übrigens eines der beiden vorbereiteten MDF Boards aus dem Post Malgründe.

Die Übermalung

Landschaftsstudie übermalt

Die Übermalung ist nun auch fertig und gefilmt. Hier geht’s zur Untermalung. Ich habe zum Filmen nur meine alte Digitalkamera von Olympus. Da ist nach 12 bis 13 Minuten der Speicher voll. Das heißt, ich musste andauernd unterbrechen und das Videoschnipsel auf den Rechner laden. Am Ende alles zusammenfügen und in ein Zeitraffervideo umwandeln. So richtig in den Flow bin ich dadurch beim Malen nicht gekommen, aber es ist schon interessant, sich die eigenen Malversuche am Ende noch einmal anzuschauen.

Das Bild ist nur 10 cm mal 15 cm groß und auf ein geteiltes A4 Blatt eines Ölmalblockes von Norma gemalt.

Für die Übermalung habe ich folgendes Material verwendet: Ölmalpapier, Grüne Erde, Umbra gebrannt, Ocker, Zitronengelb, Titanweis/Zinkweis 1:1, Irgazienorange, Sienna gebrannt, Krapplack, Ultramarinblau, Cölinblau, Malmittel aus Terpentin, Leinöl und Alkydharz

Was wäre noch so zu berichten? Heute Vormittag in Neustadt und ein altes Fachwerkhaus skizziert.  Ja, ich gebe zu, ich musste viel korrigieren. Ich könnte es ja auf die wiederkehrende Hitze schieben. Abkühlung täte not. 🙂

Alte Häuser in Neustadt
Bleistift A4
von Carl Weltwitz

Windrad im Hochsommer

Kann Technik, die bis jetzt mit all ihren Nebenwirkungen den Planeten verwüstet, zu seiner Erhaltung beitragen? Am Ende des Weges durch die sommerlichen Felder steht eine Maschine zur Stromerzeugung. Grüne Energie. Doch wofür wird der Strom genutzt? Für die Produktion von Plastik, die irgendwann nach dem Gebrauch im Ozean schwimmt? Kann sein, kann aber auch sein, dass der Strom wichtige medizinische Geräte versorgt. Es lässt sich nicht prüfen.

Windrad im Hochsommer
Studie Öl auf Papier
A4