Zeug

Als ich heute den Computer angemacht hatte, erschien auf dem Startbildschirm des FireFox Webbrowsers, dort wo immer die auf den User zugeschnittenen Leseempfehlungen stehen, ein Artikel über Hannah Arendt’s Briefwechsel.

Hannah Arendt hat einmal anlässlich Heideggers 80. Geburtstag gesagt: Wir, die wir die Denker ehren wollen, wenn auch unser Wohnsitz mitten in der Welt liegt, können schwerlich umhin, es auffallend und vielleicht ärgerlich zu finden, daß Plato wie Heidegger, als sie sich auf die menschlichen Angelegenheiten einließen, ihre Zuflucht zu Tyrannen und Führern nahmen.
Sie war Heidegger bis zuletzt freundschaftlich verbunden. Merkwürdig. Wahrscheinlich hat er ihr seine schwarzen Hefte nie gezeigt. Außer sich mit nationalsozialistischem Geraune abzugeben, hat Heidegger auch philosophisch gearbeitet. Bei ihm gibt es das Seiende und das Zeug. Das Zeug sind all die Dinge und Techniken, die uns umgeben und die Gefahr in sich bergen würden, dass Technik nur noch ihre eigene Ziellosigkeit zum Ziel habe.

Da hat er ja nicht ganz unrecht, obwohl … ganz so ziellos ist die Technik zurzeit nicht. Wenn auch nicht immer zur Entlastung des Menschen von der Arbeit eingesetzt, so hat sie doch immer wenigstens das big money zum Ziel.

Doch es gibt auch argloses Zeug, welches untechnisiert für vergnügliche Momente sorgen kann, wenn man sich darauf einlässt. (Jetzt habe ich den Bogen.) Heute ist nämlich im sehnlichst erwarteten Päckchen mein Tuschezeug gekommen.

Flaneur auf dem Hohlweg

Ich habe es gleich ausprobiert und von Ziellosigkeit kann keine Rede sein. Das Ziel dieses Zeuges ist die Zeichnung.

Marktplatz in einer Kleinstadt gegen Mittag

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